Bei der nächtlichen Messerattacke am 4. März 2019 vor dem Häfler Kulturclub „Metropol“ habe die Exfreundin des Angeklagten „Stichverletzungen am ganzen Körper“ erlitten. Leber, Lunge, Wirbelsäule und ein Auge waren besonders betroffen.

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Um sich ein Bild von möglichen inneren Verletzungen zu machen, habe man deshalb einen 20 Zentimeter langen „Riesenriegel“ vorgenommen. Auf Nachfrage von Nebenkläger- Anwalt Gerd Pokrop erklärte der Arzt, dass damit ein Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Bauchnabel gemeint sei.

Mit dem Hubschrauber in die Klinik

Bei dem Eingriff, auch Laparotomie genannt, wurden Verletzungen der Leber festgestellt. Der Arzt: „Hätte man nicht interveniert, hätte Lebensgefahr bestanden.“ Kleinere Stichverletzungen waren zuvor am Klinikum Friedrichshafen versorgt und behandelt worden, berichtete der örtliche behandelnde Arzt als Zeuge.

Mindestens 30 Stichverletzungen

Er sprach von mindestens 30 Stichverletzungen. Wegen der Gefahr der Erblindung und der Schwere der anderen Verletzungen war die junge Frau mit einem Rettungshubschrauber von Friedrichshafen ins Ulmer Bundeswehr-Krankenhaus verlegt worden. Nach acht Tagen konnte sie nach Hause entlassen werden.

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Vor der Verlegung der jungen Frau nach Ulm hatte eine Häfler Polizeibeamtin die Verletzte im Krankenzimmer aufgesucht. „Sie war nur eingeschränkt ansprechbar und man hat ihr die Schmerzen angemerkt“, sagte die Polizistin. Der Angeklagte sei zweimal auf sie losgegangen, soll sie von der Tatnacht berichtet haben.

Turbulente Vernehmung vor Gericht

Turbulent ging es vor Gericht bei der Vernehmung eines 20-jährigen Zeugen zu, der sich zur Clique des Angeklagten zählte und ihn jetzt nicht belasten wollte. Bei seiner Vernehmung durch Polizisten nach der Tat im März hatte der Mann zwar erklärt, wenn sein Freund getrunken habe, sei er schon ein gewisser Stressfaktor gewesen, auch in der Disko. Aber als Zeuge wollte er nichts mehr von dieser Aussage wissen und versuchte sich herauszureden.

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Der Vorsitzende Richter Veiko Böhm geriet darüber so in Rage, dass er den Zeugen in sehr erhöhter Tonlage, aber jugendsprachlich konform anfuhr, „schwall, schwall, schwall – mein Ohr blutet“ und Verteidiger Klaus Martin Rogg vermitteln musste: “Sie machen einen Eiertanz, labern rum und bringen sich um Kopf und Kragen.“ Allgemeines Kopfschütteln, als der Zeuge den Gerichtssaal verließ.

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