Zwei Justizbeamte des Heilbronner Gefängnisses hatten den Mann damals zu einem Treffen mit seiner Familie, das ihm im Zuge einer Haftlockerung gewährt worden war, an den Bodensee begleitet. In einem Lokal in Friedrichshafen gelang es dem Mann dennoch, zu fliehen. Seine Flucht endete drei Tage später, nach Informationen dieser Zeitung wurde er in einem Raum der Pathologie des Häfler Klinikums geschnappt. Ab dem 24. Oktober muss sich der mittlerweile 43-Jährige nun vor der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts Ravensburg verantworten.

Fünf Verhandlungstermine am Landgericht Ravensburg

Wegen schweren Raubes und räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer, jeweils mit versuchter schwerer Erpressung, ist der Mann angeklagt. Wie das Landgericht Ravensburg am Mittwoch weiter mitteilte, sind insgesamt fünf Verhandlungstermine angesetzt.

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Dem Angeklagten wird vorgeworfen, drei Tage nach seiner Flucht im Keller eines Wohngebäudes beim Häfler Klinikum eine Bewohnerin überfallen zu haben. "Durch wiederholtes Strangulieren mit einem Seil, mehrfaches Schlagen des Kopfes gegen einen Holzverschlag und eine Betonwand sowie durch drohendes Vorhalten eines Küchenmessers und einer Glasflasche" soll der 43-Jährige den Angaben des Gerichts zufolge versucht haben, die Herausgabe einer Kreditkarte mit Geheimzahl zu erzwingen. Dabei soll er einen Fahrzeugschlüssel, eine Packung Zigaretten und ein Paar Socken für sich gestohlen haben. Die Frau konnte sich leicht verletzt in ihre Wohnung retten, wie die Polizei damals berichtete.

Versuch, an einen Fluchtwagen zu gelangen, scheiterte

Auf seiner Flucht soll der Angeklagte anschließend im Bereich des Ärztehauses versucht zu haben, ein Auto zu kapern. Dessen Fahrerin, die den Ausführungen des Landegerichts nach gerade am Ausparken war, soll der Angeklagte unter anderem mit einer Glasflasche bedroht und am Oberarm gepackt haben. Der Versuch misslang. Drei Tage nach seiner Flucht wurde der Strafgefangene geschnappt.