Mit steigenden Temperaturen steigt die Vorfreude auf das neue Frei- und Seebad Fischbach. Über 15 Millionen Euro investiert die Stadt Friedrichshafen in den Freizeitkomplex am Friedrichshafener Bodenseeufer. Wenn sich in wenigen Wochen – der genaue Eröffnungstermin im Juli steht noch nicht fest – die Tore öffnen, werden die Badegäste aber etwas tiefer ins Porte­mon­naie greifen müssen als bislang. Am Montag sind die Eintrittspreise des Frei- und Seebads Fischbach auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung, nachdem in Ausschüssen schon nichtöffentlich vorberaten worden ist.
 

Traumhaft gelegen mit altem Baumbestand: Das Friedrichshafener Strandbad ist nicht nur bei Einheimischen beliebt – und günstig dazu: Erwachsene zahlen 1,60 Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche die Hälfte.
Traumhaft gelegen mit altem Baumbestand: Das Friedrichshafener Strandbad ist nicht nur bei Einheimischen beliebt – und günstig dazu: Erwachsene zahlen 1,60 Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche die Hälfte. | Bild: Ambrosius, Andreas

"Mit der Eröffnung des neuen Frei- und Seebads in Fischbach wird ein neues Tarifsystem für die Eintrittspreise in das Bad benötigt. In diesem Zuge werden die Eintrittspreise des Strandbades und des Wellenfreibades Ailingen ebenfalls für eine Anpassung vorbereitet", heißt es in der Verwaltungsvorlage. Im alten Fischbacher Bad kostete die Einzelkarte für Erwachsene 3,20 Euro, nun sollen es 4 Euro sein. Kinder und Jugendliche von vier bis 18 Jahren müssen mit 2 statt 1,60 Euro rechnen. Kinder unter vier Jahren haben freien Eintritt. Die Familienkarte (Eltern mit eigenen Kindern oder Großeltern mit eigenen Enkeln vier bis 18 Jahre) soll sich um 2 auf dann 10 Euro erhöhen. Neu im Angebot ist der Tarif „Familie kompakt“: ein (Groß-)Elternteil mit mindestens einem eigenen Kind/Enkelkind vier bis 18 Jahre) – pro Person gibt es 50 Cent Rabatt auf Einzelkarten. Dieser Tarif richtete sich "speziell an Alleinerziehende, deren Budget für Freizeitaktivitäten teils deutlich eingeschränkt ist", heißt es in der Verwaltungsvorlage.

"Dieser Personengruppe, die bislang die Vorteile der Familienkarte nicht nutzen konnte, wird damit eine neue Möglichkeit geschaffen, die gleiche Rabattierung wie die Familienkarte zu erhalten."
 

Das Hallenbad Friedrichshafen hat bald ausgedient: Nächstes Jahr soll das neue Sportbad bei der ZF-Arena in Betrieb gehen. Im Hallenbad zahlen Erwachsene bislang 3,80 Euro, Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 Jahren 1,90 Euro, Familien 9,50 Euro.
Das Hallenbad Friedrichshafen hat bald ausgedient: Nächstes Jahr soll das neue Sportbad bei der ZF-Arena in Betrieb gehen. Im Hallenbad zahlen Erwachsene bislang 3,80 Euro, Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 Jahren 1,90 Euro, Familien 9,50 Euro. | Bild: Archiv

Einer Rabattierung für Einheimische werde mit dem Angebot der Badescheckkarten Rechnung getragen, die normalerweise von auswärtigen Gästen nicht bezogen werde. Bei der 30-Euro-Badescheckkarte werden 20 Prozent Nachlass gewährt, bei der 60-Euro-Badescheckkarte 25 Prozent. Oder man greift gleich zur Saisonkarte, deren Preis für das Fischbacher Bad allerdings von 85 auf 99 Euro steigen soll (Kinder/Jugendliche: 49 Euro). Die Jahreskarte, die für alle Häfler Bäder gilt, soll mit 125 Euro kontant bleiben.
 

Die Badesaison im Wellenfreibad Ailingen hat begonnen. Die Einzeleintrittspreise bleiben auf Vorjahresniveau, der Preis für die Saisonkarten soll sich leicht eröhen.
Die Badesaison im Wellenfreibad Ailingen hat begonnen. Die Einzeleintrittspreise bleiben auf Vorjahresniveau, der Preis für die Saisonkarten soll sich leicht eröhen. | Bild: Stadt Friedrichshafen

Die Einzeleintrittspreise für die anderen Häfler Bäder verändern sich gegenüber dem Vorjahr nicht: Erwachsene zahlen im Häfler Strandbad weiter 1,60 Euro, Kinder/Jugendliche 80 Cent, Familien 4,20 Euro. Der Eintritt ins Wellenbad Ailingen kostet weiterhin für Erwachsene 3,20 Euro. Kinder/Jugendliche zahlen 1,60 Euro, lösten sie das Ticket nach 17 Uhr, kostet es nun 10 Cent mehr: 90 Cent.

Mit der geplanten Inbetriebnahme des neuen Sportbades bei der ZF-Arena im Jahr 2018 will die Stadt das gesamte Bäder-Tarifsystem überarbeiten. In diesem Zusammenhang ist geplant, das bisherige Modell der Jahreskarten aufzugeben und durch eine rabattierte Geldwertkarte zu ersetzen. Die letzte Preiserhöhung hat es laut Stadtverwaltung am 1. Januar 2012 gegeben. "In den fünf zurückliegenden Jahren mussten zahlreiche Preisanstiege durch Lieferanten akzeptiert werden. Darüber hinaus gab es auch bei den Bädern Änderungen und Investitionen, die eine Preisanpassung notwendig machen", heißt es mit Verweis auf den Austausch der Wellenmaschine im Wellenfreibad. Die Preise würden auf ein marktübliches Niveau angepasst, das Verhältnis von Erwachsenen- zu Kindereintrittspreisen bleibe dabei nahezu unverändert.

Im Bau befindet sich das Sportbad bei der ZF-Arena, das ab 2018 das in die Jahre gekommene Häfler Hallenbad ersetzen soll.
Im Bau befindet sich das Sportbad bei der ZF-Arena, das ab 2018 das in die Jahre gekommene Häfler Hallenbad ersetzen soll. | Bild: Toni Ganter

Während das Hallenbad, das Strandbad und das Wellenfreibad dem städtischen Haushalt zuzurechnen sind, sei das neue Frei- und Seebad Fischbach ein Bad der Zeppelin-Stiftung. Dies führe zu einer Änderung in der Abrechnung der Bäder. "Eine saubere Trennung zwischen den unterschiedlichen Eigentümern muss erfolgen", so die Verwaltung.

Das Frei- und Seebad Fischbach soll zur Saison (Mitte Mai bis Mitte September, eine Woche nach den Sommerferien noch geöffnet) täglich von von 7 bis 20 Uhr geöffnet sein. Mit der Ausweitung der Öffnungszeiten hebe sich das neue Fischbacher Bad von anderen Freibädern der Region deutlich ab. "Dieses Alleinstellungsmerkmal führt indirekt auch zu einem positiven Vermarktungseffekt für die anderen Bäder in Friedrichshafen, denn diese werden in der Vermarktung gemeinsam unter dem Dach der Häfler Bäder geführt", so die Stadtverwaltung.

Fischbacher Badewelt

  • Schwimmerbecken: 25 Meter Länge, sechs Bahnen, Wassertiefe 1,80 Meter. Das Becken ist grundsätzlich wettkampftauglich, Startböcke sind vorhanden.
  • Nichtschwimmerbecken: Wassertiefe 0,60 bis 1,35 Meter, geboten werden eine Breitwellenrutsche mit neun Meter Länge, eine Wasserkanone, verschiedene Bodensprudler und Aquapiloni.
  • Thermalbecken: Entspannungsbereich mit Luftsprudelliegen, Massagedüsen,Nackenduschen und Bodensprudler.
  • Kleinkindbecken mit angrenzender Sandspielfläche: 20 bis 30 Zentimeter Wassertiefe und 38 Grad Wassertemperatur, zahlreiche Wasserattraktionen (Wassertunnel, Wasserrutsche). Neben dem Kleinkindbecken befindet sich eine zirka 150 Quadratmeter große Sandspielfläche mit zahlreichen weiteren Spielmöglichkeiten.
  • Bodensee: Zirka 250 Meter langer Sandstrandbereich mit direktem Seezugang, zwei Flöße und abgetrennter Nichtschwimmerbereich, zwei Strandhäuser mit Sanitäranlagen, Badeaufsicht sowie kleiner Strandkiosk. (asa)