Das 68. Seehasenfest naht mit Riesenschritten und lockt einmal mehr mit einem kurzweiligen Programm. Zur Festeröffnung gibt es dieses Jahr das Musical „GRENZENlos“, basierend auf dem Bilderbuch „Vier-Farben-Land“ von Gina Ruck-Pauquèt. Aufgeführt wird es mit Kindern der Albert-Merglen-Schule und allen Kindern der Don-Bosco-Schule im Alter von sechs bis zehn Jahren sowie einigen ehemaligen Schülern. Zusammen mit einem Erwachsenen-Projektchor und einzelnen Schülern anderer Schulen werden rund 150 Aufführende auf der Bühne stehen.

Und die haben sich dafür mächtig ins Zeug gelegt. Sogar der Chor wird nicht nur singen, sondern auch in Aktion treten. Die Rahmenhandlung übernimmt eine Erzählerin. „Seit Januar proben wir intensiv, in zwei Probenwochenenden haben wir an den Rollen gefeilt. Seit Monaten proben wir wöchentlich zwei Stunden“, teilt Julie Adam mit, Rektorin der Don-Bosco-Grundschule, die die Gesamtleitung hat und auch den Chor dirigieren wird. Damit macht sie deutlich, wie wichtig es allen Beteiligten ist, die Geschichte so anschaulich wie möglich zu vermitteln und Qualität zu bieten. Sogar ein Schauspieler wurde engagiert, der über Wochen punktuell wichtige Impulse und Regietipps gab.

„Die Idee der Originalgeschichte aus dem Buch ist komplett erhalten. Wir haben das Musical jedoch mit vielen zusätzlichen Rollen stark erweitert und ausgebaut“, berichtet Julie Adam. Nicht zuletzt deshalb, um den mehrfachen Wünschen vieler Kinder gerecht zu werden. Sie glaube jedoch, dass es gut gelungen sei. In einem Casting letzten Dezember, bei dem die Kinder frei spielen konnten, wurden diese konkret gefragt, in welchen Rollen sie sich sehen. Kurz zum Inhalt: Im Vierfarbenland, das in die Sektoren Gelb, Grün, Blau und Rot aufgeteilt ist, wachsen die Kinder getrennt nach Farben auf, ein Miteinander ist radikal ausgeschlossen. Der noch nicht ganz einfarbige kleine grüne Erbs bricht immer wieder aus seiner Welt aus. Denn er hat eine Vision: dass alle Kinder bunt sein dürfen. Schließlich schafft er es, die anderen zu überzeugen, Grenzen zu überwinden, um im bunten Miteinander das Leben schöner und lebenswerter zu gestalten. „GRENZENlos“ wurde um die schwarze und weiße Welt erweitert. Die schwarze steht für alles Negative wie Macht, Gier, Berechnung oder Dominanz, die weiße symbolisiert alles gegenteilige Gute.

Jede farbige Welt stellt sich singend, spielend und tanzend vor: Die blaue mit dem Pflaumentango, die gelbe mit dem Zitronenblues, die Kinder der roten Welt werfen Tomaten in den Sonnenuntergang. „Die Musik ist traumhaft, pfiffig, aber auch besinnlich, anrührend oder verträumt, wie das Wunschlied der Hauptdarstellerin“, berichtet die Rektorin. Komponiert hat sie Tobias Rienth, der bei der Premiere anwesend sein wird und sich sehr darauf freut. Er hat sich auch bereit erklärt, den teilnehmenden Kindern einen Workshop anzubieten unter dem Motto „Von der Idee zum Musical“. Nicht zuletzt will er mit ihnen musizieren. „Kurz vor Weihnachten letztes Jahr haben wir diese Aufgabe kurzfristig übernommen, wir waren dafür eigentlich nicht vorgesehen“, gibt Julie Adam in Hinblick auf die Einstudierung des Musicals zu verstehen.

Die unterschiedlichen Mitwirkenden zu koordinieren, war für sie eine große Herausforderung. Dass sie diese gut bewältigt hat, beweist der Eindruck einer Chorsängerin: „Die Stimmung ist sehr gut und es macht großen Spaß.“ Auch wenn Titel und Inhalt scheinbar darauf hinweisen, will Julie Adam das Stück nicht politisch gedeutet sehen. Überaus dankbar ist sie für die viele Unterstützung ihres motivierten, kreativen und sehr engagierten Teams und allen anderen Helfern beim Bühnenbild, bei Choreografie, Theaterspiel, Kostümen, Maske und Requisiten. Bei so viel Einsatz, Spiel-, Sing- Tanzfreude wird der Erfolg nicht ausbleiben.

Die Premiere von „GRENZENlos“ im Graf-Zeppelin-Haus ist am Donnerstag, 14. Juli, 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen am 15. und 17. Juli, jeweils 18 Uhr. Karten gibt es kostenfrei ab 11. Juli beim GZH-Kartenservice.