Als Philipp Fuhrmann Ende 2016 als Gegenkandidat zu Oberbürgermeister Andreas Brand auf den Plan trat, sorgte der Musikpädagoge noch für Erstaunen. „Was will dieser Künstler im Häfler Rathaus?“, fragten sich viele. Heute, zwei Jahre später, ist Fuhrmanns Einzug in den Gemeinderat keine Überraschung mehr. Mit über 6500 Stimmen haben die Bürger den 51-Jährigen gewählt, der wie kein anderer für Veränderung und Neuanfang steht.

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Er spricht Dinge öffentlich aus, die andere denken

Wer mit Fuhrmann ins Gespräch über seine Heimatstadt kommt, wird zwei Dinge feststellen. Erstens: In dem hageren Mann mit dem mildem Lächeln steckt ein sehr wacher Geist, der sich nicht nur in einer enormen Redegewandtheit äußert, sondern auch in klugen Entscheidungen und vielen Ideen. Zweitens: Fuhrmann spricht öffentlich aus, was viele in dieser Stadt denken, aber niemals sagen würden. So ist das Stadtentwicklungsprojekt ISEK für ihn ein „dünnes Süppchen“, die Bürgerbeteiligung „fast nicht vorhanden“.

Das Sportbad sein ein „Denkmal der Ära Brand„

Das 50-Millionen-teure neue Sportbad sei ein „Denkmal der Ära Brand„ und alles andere als nachhaltig. „Andreas Brand hat sich einen Vasallenstaat aufgebaut“, sagt er und spricht von den Beharrungskräften in dieser Stadt, die lähmend in Bezug auf neue Ideen seien: „Es gibt jetzt genügend Menschen, die darauf drängen, die Zukunft mitzugestalten.“

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Böse Zungen nennen ihn einen „Menschenfänger“

Menschen, mit denen Fuhrmann ins Gespräch kam, die er zum Netzwerk einlud – und die blieben. Wenn böse Zungen in der Stadt den zweifachen Familienvater als „Menschenfänger“ bezeichnen, spricht wohl vor allem der Neid aus ihnen. „Mein Coup ist die Nominierungsliste“, erklärt er. Fakt ist: Wer es schafft, mit einer neu gegründeten Vereinigung wie dem Netzwerk auf Anhieb Fraktionsstärke zu erreichen, der hat ein gutes Händchen für Themen und Mitstreiter erwiesen.

Fuhrmann tritt in die zweite Reihe

Den Fraktionsvorsitz hat Fuhrmann nun ganz bewusst seinen Kollegen Jürgen Holeksa und stellvertretend Simon Wolpold überlassen. Er wird künftig im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt sein. Ob seine vielen Visionen, wie beispielsweise ein Entwicklungskonzept für die Kernstadt mit Quartiersmanagement, ein Stadtlabor, ein weiterer Marktplatz mit Stadtmuseum, die Einführung eines 1-Euro-Bustickets und die Entwicklung des RAB-Geländes hin zum urbanen Szenetreff dort auf Mehrheiten treffen werden, wird sich zeigen.