In zwei Wochen wird es spannend. Dann nämlich entscheidet sich, ob eine der wichtigsten Veranstaltungen der Messe Friedrichshafen ab 2019 überhaupt noch hier stattfinden wird. Die Outdoor-Messe ist der wichtigste Treff der Outdoor-Branche. Nun liegt es in den Händen der Mitglieder der European Outdoor Group (EOG) wo die Messe künftig stattfinden wird. Im Rennen sind neben Friedrichshafen noch die Standorte München und Hamburg.

Bei der Jahresversammlung der EOG, die vor Beginn der Messe ISPO in München am Freitag stattfand, präsentierten sich die drei Messestandorte. Laut Pressemitteilung der EOG hatten ihre Mitglieder dort Gelegenheit, Fragen an die Bewerber zu stellen und deren Vorschläge zu diskutieren. Zwischen dem 1. und 7. Februar haben alle 98 EOG-Mitgliedsfirmen die Möglichkeit, in einer geheimen Online-Wahl für ihren Favoriten abzustimmen. "Die endgültige Entscheidung über die künftige Ausrichtung der Outdoor liegt nun in der Hand der EOG-Mitglieder. Das ist der letzte Baustein eines wahrlich demokratischen Entscheidungsprozesses", so EOG-Präsident John Jansen.

Bereits im Juli 2017 hatte die EOG den Vertrag mit der Messe Friedrichshafen gekündigt und zum Jahr 2019 neu ausgeschrieben, um "sich in der Erarbeitung von neuen Branchenvisionen frei zu machen von allen Zwängen", wie EOG-Sprecher Arne Strate damals erläuterte. Fünf Messen hatten sich ursprünglich beworben, Mailand und Stuttgart sind mittlerweile nicht mehr im Bewerberfeld vertreten. Weder die EOG noch die Messe Friedrichshafen wollen sich zum derzeitigen Zeitpunkt zu der bevorstehenden Entscheidung äußern.

Die Geschäftsführerin des Tettnanger Bergsportausrüsters Vaude, Antje von Dewitz, ist Vorstandsmitglied bei der EOG. Im Juli 2017 erklärte sie: "Wir brauchen einen Mehrwert auf vielen Ebenen, die Messe muss am Puls der Zeit bleiben." Sie sprach sich für einen Verbleib der Outdoor in Friedrichshafen aus. "Für uns wäre es natürlich ideal, allein wegen der räumlichen Nähe", betonte sie. Problematisch für den Standort Friedrichshafen sei jedoch nach wie vor die Infrastruktur. Die problematische Verkehrsanbindung der Messe, die hohen Kosten und Schwierigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe zu finden, seien manchen Firmen der Outdoor-Branche ein Dorn im Auge. "Ich kann schon verstehen, dass einige Marken damit nicht zufrieden sind", erläuterte von Dewitz damals.

Für die Messe Friedrichshafen wäre es ein Schlag, würde die Outdoor-Messe nach München oder Hamburg ziehen. Denn im Portfolio der Messe spielt der Branchentreff eine gewichtige Rolle. Was der Verlust der Outdoor für Konsequenzen nach sich ziehen würde, wollte die Pressestelle der Messe mit dem Hinweis auf den laufenden Entscheidungsprozess nicht beantworten. Im Juli 2017 blieb Stefan Reisinger, Bereichsleiter der Outdoor bei der Messe, vage. "Der mögliche Verlust einzelner Veranstaltungen kann nicht beziffert werden", so Reisinger damals. Trotzdem zeigte er sich damals zuversichtlich, dass "ein neuer Vertrag mit frischen Impulsen" zustande kommt. Die Spannung in Friedrichshafen, München und Hamburg steigt nun also täglich. Aus internen Kreisen ist zu hören, dass München der stärkste Konkurrent für die Messe Friedrichshafen ist.

Die Geschichte

Die Outdoor-Messe ist eine der wichtigsten Veranstaltungen im Portfolio der Messe Friedrichshafen.

  • 1994: Die Messe Outdoor startet mit 231 Ausstellern und 5490 Fachbesuchern. Führende deutsche Marken wie Deuter, Big Pack, Jack Wolfskin, Lowa, Meindl, Salewa, Tatonka oder Vaude initiierten die erste Outdoor-Messe.
  • 1997: Die Hallen auf dem alten Messegelände in Friedrichshafen sind mit 453 Ausstellern erstmals komplett ausgebucht.
  • 2012: Die Messe verkündet, dass die Outdoor in Friedrichshafen bleibt. Die Messegesellschaft konnte den Vertrag mit dem Branchenverband European Outdoor Group (EOG) verlängern.
  • 2017: An der Outdoor beteiligten sich 965 Aussteller und 21 412 Fachbesucher. 1 019 akkreditierte Medienvertreter aus 30 Nationen, darunter mehr als 160 Blogger, berichten aus Friedrichshafen. Erstmals wurde die Messe in den Juni verlegt und beginnt an einem Sonntag. Damit soll Einzelhändlern ermöglicht werden, zur Messe zu kommen.
  • 2018: Die Outdoor wird vom 17. bis 20. Juni 2018 stattfinden. (mom)