Wenn man die Bilder von in Eis gehüllten Obstbäumen sieht, kommen Erinnerungen ans Frühjahr 2017 auf. Temperaturen von bis zu minus sechs Grad in der Nacht hatten damals der Apfelblüte heftig zugesetzt. Die Bäume standen Mitte April schon in voller Blüte. Um die Blüten vor dem Frost zu schützen, hatten Obstbauern ihre Bäume nachts mit künstlichem Regen besprüht. Die Schäden waren in der Bodenseeregion dennoch beträchtlich und massive Ernteausfälle waren die Folge.

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Auch jetzt sieht man wieder Obstbäume, die von einer Eisschicht umhüllt sind, zuletzt beispielsweise bei Langenargen und in einer Plantage des Obsthofs Effner in Ailingen-Berg. Der Grund: In den vergangenen Tagen gab es nachts Minustemperaturen.

Bild: Katja Zwetschke

Der Unterschied zu den Frostnächten im April 2017: Die Bäume stehen noch nicht in voller Blüte, sondern befinden sich im sogenannten Mausohrstadium. Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee in Bavendorf (KOB) definiert dieses so: „Grüne Blattspitzen überragen die Knospenschuppen um zehn Millimeter und erste Blätter spreizen sich ab.“

Bild: Katja Zwetschke

„Eine Frostschutzberegnung ist für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich“, macht Manfred Büchele, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums in Bavendorf, deutlich. Es komme laut Manfred Büchele allerdings auch immer darauf an, wie weit die Knospenentwicklung fortgeschritten sei. Und diese seien schon relativ weit offen, heißt es vom Obsthof Effner.

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Manfred Büchele und seine Kollegen beim Kompetenzzentrum gehen davon aus, dass die Blüte in diesem Jahr früher als üblich einsetzt. Von zehn Tagen bis zwei Wochen reichen da die Schätzungen. „Ich rechne damit, dass die Bäume am 10. April in Vollblüte stehen“, sagt Büchele. Das sei zehn Tage früher als normal.

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