Das Siedlungswerk Stuttgart will in Jettenhausen ein neues, modernes Stadtquartier bauen. Als Basis dafür will das Siedlungswerk einen städtebaulichen Wettbewerb ausloben. Es solle ein "Planungskonzept entwickelt werden für ein qualitativ hochwertiges, mischgenutztes Stadtquartier mit einem zentralen Quartiersplatz", heißt es im Auslobungstext des Wettbewerbs. Auf der ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche „Jettenhauser Esch“ stellt sich das Siedlungswerk 375 neue Wohneinheiten vor. Zirka 100 dieser Einheiten sollen geförderte Mietwohnungen sein. 250 Einheiten sind als Eigentumswohnungen vorgesehen. Und an der Ecke Pacelli-/Deblerstraße soll ein neuer Lebensmittelmarkt mit rund 800 Quadratmetern vorgesehen werden. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats soll während seiner öffentlichen Sitzung am kommenden Dienstag (Beginn 16 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses) einen Grundsatzbeschluss zu diesem Architekten-Wettbewerb fällen.

Mit dem künftigen B 31-Tunnel müssen sich die Planer auch beschäftigen. Dieser wird, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, begrünt sein. In diesem Bereich soll eine öffentliche Grünfläche, möglicherweise ein Kinderspielplatz, entstehen. Obendrein müssen sich die Planer um das Thema Schallschutz kümmern. Entlang der Waggershauser Straße sind nach Ansicht des Siedlungswerks aktive Schallschutzmaßnahmen zwingend notwendig. Teil der Gesamtkonzeption soll ferner eine zentrale Nahwärmeversorgung sein. Die Ideen des Siedlungswerks für dieses Quartier sehen auch eine Wohngruppe für bis zu acht Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen vor.

Obendrein soll mit einer so genannten Tiger-Gruppe eine Lücke in der Betreuung von Kleinkindern geschlossen werden. Diese soll Platz für bis zu neun Kinder im Alter bis zu drei Jahren bieten.

Das Siedlungswerk stellt insgesamt 85 000 Euro für Preise und Anerkennungen der in diesem städtebaulichen Wettbewerb vorgelegten Planungen zur Verfügung. Insgesamt 20 Planungsbüros sind vom Siedlungswerk für den Wettbewerb ausgewählt worden. In der Liste, die Adressen in Berlin, Tübingen, Esslingen, Stuttgart, Böblingen, Karlsruhe, Konstanz, München, Dachau, Hamburg, Köln und Freiburg umfasst, findet sich auch die Häfler Plösser Architekten GmbH. Grundbedingung für alle Büros war der Nachweis eines Erfolgs (Preis, Ankauf, Anerkennung) in einem regelgerechten Wettbewerb in den vergangenen zehn Jahren aus dem Bereich Städtebau.

Preisgericht im Februar

Das Stuttgarter Siedlungswerk wird einen der Preisträger des Architekten-Wettbewerbs für das Jettenhauser Esch mit den städtebaulichen Planungen beauftragen. "Unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts sowie vorbehaltlich der Genehmigung der Beschlussgremien", wie es im Auslobungstext heißt. Für die Realisierung sollen einem oder mehreren der Preisträger die weitere Bearbeitung mit Planungsleistungen mindestens bis zur abgeschlossenen Ausführungsplanung übertragen werden. Gleiches gelte für beteiligte Landschaftsarchitekten. Die Realisierung des Bauvorhabens steht unter dem Vorbehalt einer noch erforderlichen Aufstellung eines Bebauungsplans durch die Stadt Friedrichshafen. Das Preisgericht soll am 9. Februar 2018 tagen und den Sieger des Wettbewerbs ermitteln. 

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.