Seine Liebe zu ganz bestimmten kleinen Flitzern hat Nils Warschun vor fast 20 Jahren entdeckt. "Ich war jung und hatte kein Geld", sagt er lachend. Deshalb habe sich der Polo angeboten, um sich als Schrauber auszuprobieren. "Das Besondere am Polo ist die Einfachheit des Fahrzeugs", erklärt er.

Reparaturen seien schnell gemacht und zudem seien diese Autos echte Kurvenräuber, wenn sie die entsprechende Motorisierung haben – "ein kleines Gokart für die Straße", so Warschun.

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Der 37-Jährige ist begeisterter Autoliebhaber und hat bereits die erste Tuning World Bodensee im Jahr 2003 als Besucher erlebt. Seit 2013 gehört er zu den Ausstellern und in diesem Jahr feiert er seine Premiere als Organisator des "Polo Domes" – dem größten Indoor-Polotreffen der Welt. In die Vorbereitung des neuen Messebereichs hat der Stuttgarter viel Zeit und Aufwand gesteckt.

Nun freut er sich darauf, wenn in der kommenden Woche wieder tausende Auto-Liebhaber in die Häfler Messehallen pilgern, um blitzende Felgen, PS-starke Fahrzeuge und die Trends der Tuning-Szene zu sehen.

Tom Decker, in der europäischen Lowrider Szene seit Jahren als Sgt. Tom unterwegs, lässt einen Polizeiwagen abheben.
Tom Decker, in der europäischen Lowrider Szene seit Jahren als Sgt. Tom unterwegs, lässt einen Polizeiwagen abheben. | Bild: Svenja Graf

Mit dem "Polo Dome" geht für Nils Warschun ein Traum in Erfüllung. 120 Exemplare des bekannten VW-Lieblings werden in der Messehalle A7 erwartet. "Ein großes Treffen der Polomädels und -jungs", sagt der 37-Jährige.

Als Neuling in der Riege der Messe-Verantwortlichen ist er zwar ein wenig aufgeregt, aber auch zuversichtlich, dass alles klappt und die Besucher begeistert sein werden – sein Motto: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt."

Ein Schmuckstück mit Geschichte

Sein mittlerweile elfter Wagen aus der VW-Polo-Modellreihe ist ein Derby MK1 mit 65 PS, Baujahr 1978 in der auffälligen Farbe Bronze-Metallic. Der Stuttgarter hat das Auto im Jahr 2016 von einer 85 Jahre alten Frau übernommen und rund 2000 Euro in Felgen, Fahrwerk und einen neuen Auspuff investiert.

Sonst habe er nichts an dem Derby verändert, erzählt Nils Warschun. "Im Kofferraum liegen sogar noch die Lederhandschuhe, die die Vorbesitzerin immer zum Tanken angezogen hat – und ein Straßenatlas von 1978." Zwei typische 70er-Jahre-Accessoires stehen hinten auf der Hutablage: eine umhäkelte Klopapierrolle und ein Wackeldackel.

"Die machen das Bild einfach komplett", erklärt Warschun, "immerhin galt der Derby schon in den Siebzigern als absolutes Spießerauto."

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In diesem Jahr freut sich der 37-Jährige besonders auf die Tuning World. "Für mich stellt der 'Polo Dome' eine einzigartige Möglichkeit dar, Leute persönlich kennenzulernen, zu fachsimpeln und eine große Familie sein zu können", sagt er.

Messe bietet weitere Neuheiten

Neben dem "Polo Dome" gibt es bei der 17. Auflage der Tuning World noch weitere Premieren: Im "E-Sports-Circuit" treten Spieler in virtuellen Rennen gegeneinander an und in der "Style Mile" können Autos bestaunt werden, die aktuelle und alltagstaugliche Tuning-Trends zeigen. Außerdem gibt es einen "The Fast and the Furious Walk of Fame" mit Nachbauten aus der beliebten Filmreihe.

Darüber hinaus sollen altbewährte Programmpunkte wie die Wahl zur Miss Tuning und viele verschiedene Vorführungen zahlreiche Autofans in die Messehallen locken.

Laura Fietzek genießt die letzten Tage als amtierende Miss Tuning, bevor am Sonntag, 5. Mai, ihre Nachfolgerin gekürt wird.
Laura Fietzek genießt die letzten Tage als amtierende Miss Tuning, bevor am Sonntag, 5. Mai, ihre Nachfolgerin gekürt wird. | Bild: Svenja Graf

"Die Tuning World wird in diesem Jahr so groß wie noch nie", sagte Projektleiter Dirk Kreidenweiß im Rahmen einer Pressekonferenz. Mit über 1300 Fahrzeugen, 197 Ausstellern, 156 Themenständen in der Club-Area, 48 Showcars und einer zusätzlichen Halle herrscht volles Haus auf dem Messegelände.

Polizei hat Tuning World im Auge

Tausende Autofans werden zur Tuning World erwartet. Die Polizei wird an den Messetagen verstärkt auf Verkehrsverstöße achten.

  1. Staus: Die Tuning World sorgt regelmäßig rund um Friedrichshafen für Staus. Auch in diesem Jahr rechnet die Polizei mit langen Autoschlangen. Deshalb werde man Kräfte einsetzen, die den Verkehr lenken, teilt das Polizeipräsidium Konstanz mit.
  2. Kontrollen: Die Polizei wird Tempomessungen mit einem Blitzeranhänger und mobilen Messgeräten vornehmen. Auf den Schnellstraßen sind Einsätze von Videostreifen vorgesehen.
  3. Tuning: Im Hinblick auf illegal getunte Autos konnte die Polizei in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung beobachten. Die Anzahl der festgestellten Ordnungswidrigkeiten sei rückläufig, teilt das Präsidium Konstanz mit.