Auf dem Bolzplatz-Gelände nördlich des Mehrgenerationenspielplatzes Kitzenwiese soll künftig ein großes neues Kinderhaus entstehen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag einstimmig beschlossen. Das Gremium stimmte damit einer Empfehlung der Verwaltung zu. Schon im vergangenen Jahr war außerdem entschieden worden, dass im Zuge eines möglichen Neubaus der katholische Kindergarten Kitzenwiese in der evangelischen Kindertagesstätte Habakuk aufgehen soll, die damit zu einem achtgruppigen Kinderhaus wächst.

Da beide bestehenden Einrichtungen dringend sanierungsbedürftig sind, hat das Stadtbauamt zuvor im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zwei mögliche Szenarien untersucht: eine Sanierung und Erweiterung am derzeitigen Standort und einen Neubau auf dem Bolzplatz-Areal an der Lindenstraße.

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Machbarkeitsstudie untersucht zwei Varianten

Im Falle einer Sanierung hätten die Kindergärten übergangsweise in provisorische Räume umziehen müssen, weil es aus Sicherheits- und Lärmschutzgründen nicht möglich gewesen wäre, den Betrieb während der Bauarbeiten aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus wäre bei einem Umbau und einer Erweiterung der Gebäude der Bestandsschutz entfallen – das heißt, es hätten zusätzliche Brandschutzmaßnahmen vorgenommen werden müssen, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen. Durch die Sanierung der gesamten Anlagentechnik – Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro – wären Gesamtkosten in Höhe von etwa 8,8 Millionen Euro entstanden.

Die Kosten für die Neubau-Variante werden im Beschlussantrag mit rund 8,6 Millionen Euro beziffert. Das Häfler Architekturbüro KVB hat im Rahmen der Machbarkeitsstudie nachgewiesen, dass das Bauvorhaben am Standort Bolzplatz technisch, funktional, städtebaulich, wirtschaftlich und rechtlich machbar ist. Auch das Amt für Stadtplanung und Umwelt hält den Standort am Seewald „prinzipiell für eine dauerhafte Lösung geeignet“, heißt es in einer Stellungnahme. Alternativ könne dann der Altstandort mit einer verdichteten Wohnbebauung versehen werden. Für die Umnutzung beider Grundstücke seien allerdings Bebauungsplan-Verfahren erforderlich.

So geht es jetzt weiter

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse empfiehlt die Verwaltung, schnellstmöglich die zweite Variante, also den Neubau des Habakuk-Kinderhauses, in Angriff zu nehmen. Dem stimmte der Gemeinderat zu. Für die Kosten kommt die kommunale Zeppelin-Stiftung auf. Jetzt wird die Verwaltung das Bebauungsplan-Verfahren für den neuen Standort in die Wege leiten und einen Wettbewerb für den Neubau der achtgruppigen Kindertagesstätte ausloben. Bis Mitte 2022 könnte der Bau der Einrichtung abgeschlossen sein.