Das Netzwerk für Friedrichshafen möchte ein Zeichen setzen: Das von der Baufirma Fränkel geplante Gebäude in der Riedleparkstraße sei zu groß, zu massig. "Die Nachbarn wissen noch gar nicht, was da auf sie zukommen wird", sagt Philipp Fuhrmann, Vorsitzender des Netzwerks. Deshalb lassen die Mitglieder Luftballons steigen, um die Höhe des Neubaus zu simulieren.

"Jeder von denen ist an einer etwa 15,6 Meter langen Schnur befestigt", erklärt Maximilian Sohm. Er ist ein Anwohner, der geplante Neubau entsteht direkt vor seiner Haustür. "Wir haben uns beim Regierungspräsidium schon über die Baumaßnahme beschwert. Denn das geplante Gebäude sei nicht nur zu hoch, es würde auch das Stellplatzproblem in dem Stadtviertel verstärken. Nach Sohms Angaben sind nicht ausreichend Parkplätze eingeplant worden. "Die Beschwerde wurde allerdings zurückgewiesen."

Ein weiterer Kritikpunkt des Netzwerks ist der Preis der Wohnungen, die im Zuge des Neubaus in der Riedleparkstraße entstehen. "Was hier entsteht, ist kein sozialer Wohnungsbau", meint Philipp Fuhrmann. Bei Tiefgarage und Penthouse sei dies auch gar nicht möglich. Hier stehe das Gewinnstreben im Vordergrund. Gleichzeitig kritisiert er das Vorgehen der Bauherren und das Wegsehen der Stadtverwaltung: "Sensible Bezirke in Friedrichshafen sollten erhalten bleiben. Wir müssen das Stadtbild bewahren." Eine Sprecherin der Stadtverwaltung hatte auf Anfrage dieser Zeitung schon im April mitgeteilt, dass sich das geplante Gebäude "nach Art und Maß der baulichen Nutzung" in die Umgebung einfügt.

Zeppelin-Apotheke ist verkauft

Nur wenige Häuser weiter gibt es noch ein Gebäude, um das sich das Netzwerk sorgt: die Zeppelin-Apotheke. "Die Stadt sollte es kaufen, um das Viertel zu beleben. Ein Studentencafé würde sich anbieten", meint Philipp Fuhrmann. Monika Blank, Sprecherin der Stadtverwaltung, teilte dazu auf Anfrage mit: "Die Stadt hatte den ursprünglichen Eigentümern ein Angebot unterbreitet. Sie haben dann aber an einen privaten Interessenten verkauft."