Narretei steht für Spaß, Schabernack und sinnfreies Treiben. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Welche Lasten haben Zünfte zu tragen und werden Umzüge durch Sicherheitsmaßnahmen gebremst? Die Häfler Narrenzunft Seegockel startet gut vorbereitet in die Hochphase der Fasnet. "Ich kann mit gutem Gewissen an die ganze Sache herangehen", sagt Zunftmeister Oliver Venus im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Jedes Jahr sei die Narrenzunft bemüht, die Sicherheit der Zuschauer und Teilnehmer beim Narrensprung zu gewährleisten. "In der vergangenen Zeit wurden die Maßnahmen natürlich erhöht. Das gehört zum Sicherheitskonzept der Polizei", berichtet Venus.

Gemeinsam mit Stadt, Feuerwehr, Polizei, Bauhof, THW, DRK und Johannitern werde der Narrensprung im Vorfeld geplant. "Was die Zusammenarbeit angeht, können wir uns wirklich nicht beschweren. Wir haben ein ziemlich gutes und auch vertrauensvolles Verhältnis zueinander, weil man sich zwischenzeitlich gut kennt", lobt Zunftmeister Venus. Auch die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins funktioniere hervorragend. "Es ist wirklich so, dass wir die jungen Mitglieder gut mitziehen können. Da sind wir in einer glücklichen Lage", sagt Venus. Ohne zahlreich Helfer würde die Fasnet nicht ganz so reibungslos ablaufen. "Es ist ein großer Aufwand, man muss es mögen und wissen, was Ehrenamt bedeutet: man macht's umsonst", betont Venus. Es sei sehr viel Zeit, die für den Verein von der eigenen Freizeit geopfert werden müsse.

In der Narrenzunft Ailingen sieht es mit der Organisation von Umzügen gut aus. "Wir haben nur zwei kleine Umzüge in jedem Jahr und alle fünf Jahre ein großes Narrentreffen", sagt Zunftmeister Michael Boch. Bevor die veranstaltet werden können, gibt es aber einige Aufgaben zu erledigen: Straßensperrungen müssen beantragt, Busumleitungen organisiert werden. Straßenbeschilderungen, Halteverbote, Straßensperrungen und -reinigungen müssen mit dem Bauhof abgestimmt und Sicherheitspersonal organisiert werden. "Das Technische Hilfswerk hilft Straßen zu sperren und Parkplätze einzuweisen. Johanniter oder Rotes Kreuz müssen für den Sanitätsdienst organisiert werden", berichtet Boch. Zudem seien Toiletten notwendig, GEMA-Gebühren seien zu zahlen sowie Ausschankgenehmigungen zu beantragen.

Neben den externen Helfern sind die Narrenzünfte vor allen auf Hilfe von Vereinsmitgliedern angewiesen. "Der Nachwuchs ist nicht das Problem. Mitglieder zu finden, die ein Amt und damit Verantwortung übernehmen, ist schon das größere Problem", legt Boch die Situation in der Ailinger Narrenzunft dar.

Bei der NZ Streibemahder Eriskirch sei es momentan die Grippewelle, die einige helfende Narren außer Gefecht setzt, so Zunftmeister Uwe Dietrich. Ein weiteres Problem der NZ: zu wenig Nachwuchs. "Die Jugendlichen wollen sich nicht mehr so binden und Verantwortung übernehmen", nennt der Zunftmeister einen Grund. Glücklicherweise habe der Verein jedoch noch genug unterstützende Einsatzteams. "Wir hoffen das bleibt so", sagt Dietrich.

Über mangelnde Helfer kann die Narrengesellschaft Hennenschlitter Immenstaad nicht klagen. "Da wir ein Verein sind, der sehr viel Wert auf die Ausrichtung der Dorffasnet und damit die Wahrung unserer Traditionen legt, bekommen wir immer sehr viel Unterstützung aus den Kreisen unserer Mitglieder", sagt Rüdiger Dube, Narrenvater 2, "das bedeutet, dass wir sämtliche Altersschichten für unsere Veranstaltungen begeistern können und so auch nie ein Problem mit mangelnden Helfern haben."

Besonders das Thema Kinder- und Jugendarbeit sei ein wesentlicher Kernpunkt der Vereinsarbeit der Hennenschlitter. "Im Kreise des Elferrates gibt es zwei Mitglieder, die sich ausschließlich dieses Themas annehmen. So unterstützen und begleiten wir unsere Jugendlichen zu Kinder- und Jugendbällen, unterstützen die Teilnahme an Fußballturnieren des Alemannischen Narrenrings und bieten auch unterm Jahr Programmpunkte an", berichtet Dube. Diese Angebote würden den Verein für Kinder und Jugendliche interessant machen und zeigen, dass die Übernahme von ehrenamtlicher Arbeit "sehr viel Spaß macht".

 

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