Durch die Töne der Fanfare von Jean-Marc Serre scheint die Morgensonne zu leuchten, so freundlich eröffnen die fünf jungen Trompeter das Herbstkonzert der Musikschule im Graf-Zeppelin-Haus. In schöner Klarheit reagiert die Gruppe auf die kleinen Bewegungen von Thomas Unger. Unbeirrt nehmen sie Nachschläge und Synkopen im Tango von Henk van Lijnschooten und zeigen in "With a lot of Pep" frühes Talent für Jazz.

"Mit viel Pep" sei die Musikschule in dieses Semester gestartet, sagt deren Leiterin Sabine Hermann-Wüster. Nur vier Wochen und ein Probenwochenende liegen zwischen dem Start der Vorbereitungen am Ende der Sommerferien und diesem Konzert. Hermann-Wüster dirigiert das Liederorchester. Die kleinen Streicher spielen bis auf die Celli im Stehen. "Strings forever" beschwören sie mit frischem Strich. Energisch leiten Celli Pat Leggs "Sword Dance" an, ehe kämpferisch die Geigen einfallen. In "Skip to my lou" wandert die Melodie munter durch die Stimmen.

"Strings forever" und "Skip to my Lou" spielt das Liederorchester, dirigiert von Musikschulleiterin Sabine Hermann-Wüster.
"Strings forever" und "Skip to my Lou" spielt das Liederorchester, dirigiert von Musikschulleiterin Sabine Hermann-Wüster. | Bild: Corinna Raupach

So anmutig wie im Namen von Georg Friedrich Händels "La Gracieux" ankündigt, bewegt sich das Blockflötenensemble. Sie lassen die barocke Musik im luftigen Wechsel von laut und leise, hell und dunkel atmen. In aller Ruhe geben sie "Loch Lomond" und "Nehmt Abschied, Brüder". Hans-Dietrich Buchheim nickt die Einsätze von der Bassflöte aus – mehr Dirigat brauchen seine Flöten nicht.

Das Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Andres Schreiber spielt Werke von Händel, Dvorák und Elgar.
Das Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Andres Schreiber spielt Werke von Händel, Dvorák und Elgar. | Bild: Corinna Raupach

In den Fernen Osten entführt die Sinfonietta mit Soon Hee Newbolds "Dragon Dances". Zum spritzigen Rhythmus der Geigen singen Bratschen, Celli und Bass eine exotische Melodie, die sich verselbstständigt und ins Pizzicato wendet. Für "Deck The Hall Of The Mountain King" hat Richard Meyer ein englisches Weihnachtslied mit Edvard Griegs "Peer Gynt Suite" gemischt. Festliche Klänge treffen auf die düstere Beschreibung des Bergkönigs. Unter der einladenden Leitung von Corinna Hang gibt sich das Ensemble mal harmlos, mal ruppig, bis die Stimmungen in dramatischen Akkorden aufeinanderprallen.

Auch das Jugendsinfonieorchester zeigt verschiedene Gesichter: In Händels Wassermusik begleitet es mit gepflegtem Klang Ungers leuchtendes Trompetenspiel. Antonín Dvorák vierter slawischer Tanz bewegt sich erst leichtfüßig durch die Holzbläser, nach langsamem Aufschwung gibt die Flöte den Ausschlag: Voll jugendlichem Temperament stürzen sich die Musiker in den agilen Dreiertakt, nur um geschmeidig in das nächste Thema zu gleiten. Holzbläser und Streicher tupfen Töne ineinander, die große Steigerung mündet in das Lied eines Cellos. Edward Elgars Serenade bringt die Farben der Streicher zum Klingen. Das Larghetto fächert die Stimmen mal schwebend, mal schwelgerisch auf. Dann schlägt die Stunde der Bratschen: Sie setzten den markanten Rhythmus des Allegros.