Rund 30 Menschen warten um kurz vor 10 Uhr vor dem Tafelladen in der Keplerstraße: junge und ältere, Männer und Frauen, mit Mützen, Kopftüchern oder Rollatoren. Es hat sich herumgesprochen, dass der Laden seit Donnerstag wieder geöffnet hat. Schon am ersten Tag nach der Schließung waren 34 Kunden da, normalerweise sind es 60 bis 90 am Tag. "Ich war jeden Tag hier und habe gehofft, dass wieder offen ist. Jetzt bin ich froh", sagt Adnan Attalay und packt Bananen, Trauben und Kartoffelsalat ein.

Welche Schäden die Überschwemmung im Lagerkeller der Tafel hinterlassen hat, müssen Gutachter noch prüfen.
Welche Schäden die Überschwemmung im Lagerkeller der Tafel hinterlassen hat, müssen Gutachter noch prüfen. | Bild: Corinna Raupach

Wegen eines verstopften Rohrs war am Tag nach Weihnachten der Lagerkeller vollgelaufen. Alle Vorräte waren verdorben und auch die Waren im Laden mussten die Mitarbeiter aus Hygienegründen entsorgen. Der Laden musste auf zunächst unbestimmte Zeit schließen. Dennoch sind die Regale wieder gut bestückt. "Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist unglaublich", sagt Renate Köster, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins. "So viel Kaffee wie gerade haben wir selten."

Renate Köster, die stellvertretende Vereinsvorsitzende, freut sich über die zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung.
Renate Köster, die stellvertretende Vereinsvorsitzende, freut sich über die zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung. | Bild: Corinna Raupach

Auch die anderen Tafeln in der Region helfen. Am Mittwoch fuhr Marktleiter Günter Daub in das Zentrallager der Tafeln und brachte Waschmittel und haltbare Lebensmittel mit. Nur Obst und Gemüse gibt es schon jahreszeitlich bedingt nicht viel. "Da werden wir rationieren müssen. Jeder darf nur fünf Bananen mitnehmen. Auch die Paprika sind sehr beliebt, aber wir haben nur wenige", sagt Köster.

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Sie beobachtet, dass viele Kunden heute besonders viel einkaufen. "Solche Hamsterkäufe haben wir sonst nicht." Dennoch hat sie den Eindruck, dass ihre Kunden die tafellose Zeit gut überbrückt haben. Bilal Domane hat mit seiner Familie nach Weihnachten Verwandte in Stuttgart besucht. "Aber zehn Tage zu, das ist nicht gut", sagt er. Er ist mit seinem fünfjährigen Sohn gekommen. "Ich habe vier Kinder zwischen fünf und 14 Jahren – zusammen mit meiner Frau ist das sechs Mal Sonne zu Hause. Aber ich muss auch viel kaufen", sagt er. Er packt Zitronen, Nüsse und Waschmittel in den Einkaufskorb.

Manche Wände im Lagerkeller haben sich vollgesogen.
Manche Wände im Lagerkeller haben sich vollgesogen. | Bild: Corinna Raupach

Bisher ist nur der Verkaufsraum der Tafel benutzbar. Der Keller ist zwar sauber und desinfiziert. Aber welche Schäden die Überschwemmung hinterlassen hat, müssen Gutachter prüfen. "Da muss möglicherweise noch saniert werden, auch manche Wände haben sich vollgesogen", sagt Elke Rumpf, die als Ehrenamtliche im Laden arbeitet. Zurzeit nutzt die Tafel wieder den alten Lagerraum im Allmand-Carré. Das Lager ist wichtig, wenn Supermärkte große Mengen haltbarer Güter spenden.

Jeder kann den Helfern in der Tafel helfen, mit Spenden oder Zeit

  • Öffnungszeiten: Seit Donnerstag ist der Häfler Tafelladen in der Keplerstraße 27 wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet: Montag bis Freitag von 10 bis 12.30 Uhr und Samstag von 10 bis 12 Uhr.
  • Warenspenden: Da die Mitarbeiter der Tafel aus Hygienegründen alle Vorräte entsorgen mussten, ist das Angebot noch etwas eingeschränkt. Deshalb nimmt die Tafel gern Spenden von Privatleuten entgegen. Besonders gefragt sind länger haltbare Produkte wie Nudeln, Reis, Salz, Mehl, Zucker, Öl, Konserven, Kaffee oder H-Milch. Dabei sollten die Spender darauf achten, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten ist. Frisches Obst und Gemüse sind ebenso gern gesehen wie Hygieneartikel. Nicht annehmen darf die Tafel Kühlprodukte, Selbstgemachtes wie Plätzchen oder Marmelade und Artikel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.
  • Geldspenden: Die eher symbolischen Einnahmen aus dem Verkauf decken die Kosten des Geschäftsbetriebs nicht ab. Der Verein freut sich daher über Geldspenden, die steuerlich abzugsfähig sind. Spendenkonten:
    Volksbank Friedrichshafen-Tettnang, IBAN DE20 6519 1500 0017 9620 05
    Sparkasse Bodensee,
    IBAN DE46 6905 0001 0020 3001 41
  • Mitarbeiter: Da der Laden ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben wird, sind neue Mitarbeiter stets willkommen. Voraussetzung ist die Bereitschaft für ein regelmäßiges Engagement.

Informationen im Internet:
http://www.tafel-friedrichshafen.de