Zu sehen waren Schneeflocken in diesem Winter in Friedrichshafen schon. Bislang allerdings nur dann und wann in der einen oder anderen Wetter-App. Bevor es ernst werden sollte, wurde aus dem Flocken-Symbol seither immer wieder das einer Regenwolke oder auch der Sonne. Mitten im Januar sind Café-Tische im Freien in Friedrichshafen zeitweise wieder begehrt.

Schnee-Wahrscheinlichkeit am Wochenende: „relativ hoch“

Zumindest vorübergehend könnte sich das nun aber ändern. Nicht nur symbolische Flöckchen lassen auf ein weißes Intermezzo am Wochenende schließen. Auch Jürgen Schmidt, Meteorologe von Wetterkontor, sagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass es am Wochenende in Friedrichshafen zumindest ein wenig schneit, ist relativ hoch.

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Die Vorbereitungen für diesen Fall sind längst getroffen. Bereits Mitte Dezember teilte die Stadt mit: „Der Winter kann kommen.“ Streugut liege bereit, die Fahrzeuge seien vorbereitet und die

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Einsatzpläne für die Mitarbeiter der städtischen Baubetriebe fertig. Viel Arbeit hat ihnen der Winterdienst seither nicht bereitet. Fünf bis sechs kleinere Einsätze gab es nach Auskunft von Andrea Kreuzer, Pressesprecherin der Stadt, wegen Eisglätte. Und auch das eher punktuell, „meist nur an bestimmten Stellen wie zum Beispiel auf Brücken“, so Kreuzer. Streugut wird deshalb noch lange nicht knapp.

Winterdienst spätestens ab fünf Uhr

Während unsereins am ersten Wintermorgen mit realem Schnee verzaubert ins Weiß blicken oder alles andere als verzaubert der Streupflichtsatzung nachkommen wird, werden einige Bauhof-Mitarbeiter bereits seit einigen Stunden auf den Beinen sein. „Wenn es schneit, sind die Mitarbeiter der Städtischen Baubetriebe bereits um 4 Uhr unterwegs“, teilt das Rathaus mit. An Wochenenden und Feiertagen geht es eine Stunde später los, Feierabend in Sachen Winterdienst ist um 22 Uhr.

Bei der Koordinierung dürften Schneeflocken-Symbole in Wetter-Apps maximal eine untergeordnete Rolle spielen. Zu den Aufgaben des 24-stündigen Bereitschaftsdienstes, der laut Stadt ebenfalls Bestandteil des Winterdienstes ist, gehört es, sich über die Wettervorhersagen beim Deutschen Wetterdienst auf dem Laufenden zu halten. Außerdem werden an 15 besonders sensiblen Messpunkten in Friedrichshafen die Straßenbedingungen um 3 und um 19 Uhr kontrolliert. „Wenn es notwendig ist, können die Einsatzfahrzeuge innerhalb von 30 Minuten ausrücken“, heißt es weiter.

Zur Erinnerung: So sieht Friedrichshafen im Schnee aus. Das Bild entstand im Januar 2019.
Zur Erinnerung: So sieht Friedrichshafen im Schnee aus. Das Bild entstand im Januar 2019. | Bild: Christina Bömelburg

Öffentliche Straßen, Wege und Plätze sowie Radwege und Radfahrschutzstreifen werden von den Baubetrieben der Stadt geräumt und gestreut. Weitestgehend gilt das den Angaben aus dem Rathaus zufolge auch für die gemeinsamen Geh- und Radwege. So soll ein möglichst zusammenhängendes und verkehrssicheres Radwegenetz erreicht werden.

Nach drei Dringlichkeitsstufen wird bei starkem und anhaltendem Schneefall geräumt und gestreut. Zu Straßen der Stufe 1 gehören laut Stadt unter anderem die in geschlossener Ortslage verlaufenden Bundesstraßen, Straßen, in denen Busse fahren, und alle verkehrswichtigen Hauptverbindungen zu den Ortsteilen. Zur Dringlichkeitsstufe 2 gehören Hauptzubringerstraßen zu Wohngebieten. Erst wenn die Straßen der Stufen 1 und 2 geräumt sind und der Verkehr reibungslos verläuft, werden etwa Nebenstraßen in Wohngebieten geräumt.

Womit wird in Friedrichshafen gestreut?

Im maschinellen Winterdienst werde fast ausschließlich Feuchtsalz verwendet. „Das ist bei uns mit wenig Schnee und häufiger Glätte am wirksamsten, wirtschaftlicher und weist eine bessere Ökobilanz als Splitt auf“, erklärt Frank Kahle, Leiter der Städtischen Bauverwaltung. Zudem belaste der Einsatz von Feuchtsalz die Umwelt weniger und gewährleiste gleichzeitig ein hohes Maß an Verkehrssicherheit.

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Um den Salzeinsatz zu minimieren, setzen die Städtischen Baubetrieben dem Pressetext zufolge darauf, alle übergeordneten, verkehrswichtigen und gefährlichen Straßenabschnitte möglichst schnell vom Schnee zu räumen. In ökologisch besonders sensiblen Bereichen wie etwa auf der Uferparkpromenade werde ausschließlich Splitt gestreut. In bei Eis und Schnee potenziell gefährlichen Bereichen wie Überwegen, Treppen, steile Rampen und an Bushaltestellen werde ein Splitt-Salz-Gemisch verwendet.