In jüngster Jahresversammlung des Vereins "Luftsportclub der Zeppelinstadt Friedrichshafen" (LSC) ist ein aktives Jahr bilanziert worden. Laut Mitteilung aus dem Verein ist aus allen drei aktiven LSC-Abteilungen – Motorflug, Segelflug und Ultraleichtflug – im Graf-Zeppelin-Haus von einem unfallfreien und reibungslosen Flugbetrieb berichtet worden. Erfreut zeigte sich Heinrich Grieshaber als Vorsitzender des Gesamtvereins darüber, dass wieder mehr gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge von den Mitgliedern veranstaltet wurden und damit der Vereinsgeist des Häfler Traditionsclubs wieder auflebt. Im Oktober waren fünf Flugzeuge in Straßburg, für dieses Jahr seien gemeinsame Ausflüge nach Aix-en-Provence und nach Wien in Planung, die Reise nach Frankreich sei schon nach wenigen Tagen ausgebucht gewesen.

Größte Schwierigkeiten für den LSC im Jahr 2016 seien aus neuen europäischen Rechtsvorschriften entstanden. Für die Flugzeugwerkstatt des LSC, seit Jahrzehnten vom Luftfahrtbundesamt offiziell als Luftfahrttechnischer Betrieb zugelassen, musste die Zertifizierung "Continuing Airworthiness Management Organisation" bestätigt werden. Schon für einen gewerblichen Betrieb sei eine solche Zertifizierung ein enormer Aufwand, der LSC musste diese Mammutaufgabe ehrenamtlich stemmen. Im Dezember wurde die neue Zulassung erteilt und die Werkstatt war wieder zugelassener Werftbetrieb.

Noch gößere Probleme bereitet dem LSC die sogenannte EASA-Zertifizierung des Flughafens. Die "European Aviation Safety Agency" als Flugsicherheitsbehörde der Europäischen Union strebt an, die von den Segelfliegern seit mehr als 60 Jahren problemlos genutzte Graslandebahn, die nahe der Messe nördlich der großen Asphaltpiste liegt, zu schließen oder einer Sanierung zu unterziehen, die mehrere 100 000 Euro kosten würde. Diese wäre vom LSC keinesfalls finanzierbar. Die Stadt, der Flughafen und die Messe, die die Grasbahn während der Messe Aero nutze, lehnen laut LSC-Mitteilung jegliche Kostenbeteiligung ab.

Bei einer Schließung der Grasbahn wären die preiswerten und leisen Windenstarts künftig nicht mehr möglich, dies würde unweigerlich das Aus für den Häfler Segelflug bedeuten. Die LSC-Verantwortlichen bemühen sich fieberhaft, über Kompromisse zu verhandeln. Für den Verein ist der weitere Betrieb der bestehenden Bahn ohne Weiteres möglich. Wenn diese nach starkem Regen zu weich ist, würde der Flugbetrieb wie bisher ausgesetzt werden. Die Koordination des Betriebes beider Landebahnen habe der Tower seit Jahren problemlos geleistet.

Nach aktuellem Stand scheint eine Fortsetzung des Betriebes der auf 800 Meter verkürzten Graspiste erreichbar. Die Verhandlungen mit dem LBA seien jedoch noch nicht abgeschlossen und laufen mit Hochdruck weiter, um den Fortbestand des Segelflugs als Traditionsabteilung des LSC zu retten.

Für seine geleistete Arbeit wurde der Vorstand nicht nur mit einstimmiger Entlastung belohnt. Zur Wiederwahl standen Heinrich Grieshaber als Vorsitzender, Frank Fischer als Stellvertreter und Leiter der Abteilung Ultraleichtflug, Stefan Eckert als Schatzmeister sowie Harald Dönnebrink als Schriftführer. Alle vier Vorstandsmitglieder durften es als Anerkennung ihrer Arbeit sehen, dass sie einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden.

Zum Schluss der Versammlung musste über eine Satzungsänderung abgestimmt werden, weil das Finanzamt die konkrete Benennung einer begünstigten gemeinnützigen Organisation verlangt habe, der das Vereinsvermögen im Falle einer Auflösung zukommen soll. Der LSC hat sich für seinen Dachverband, für den Baden-Württembergischen Luftfahrtverband BWLV entschieden.