Für 23 und 27 Stundenkilometer gibt es ein freundliches Lächeln, bei 31 Stundenkilometern drückt das Smiley noch ein Auge zu und grinst dem Autofahrer ebenfalls entgegen. Anders sieht es bei Auto-, Lastwagen- oder Motorradfahrern aus, die sich der Geschwindigkeitsanzeige in der Kapitän-Wagner-Straße in Fischbach beispielsweise mit 37 oder 41 Stundenkilometern (km/h) nähern, hier zieht das Smiley die Mundwinkel grimmig nach unten.

In Friedrichshafen gibt es insgesamt sechs sogenannte Smiley-Anzeigen. Sie weisen den Autofahrer nicht nur auf seine aktuelle Geschwindigkeit hin, sondern bewerten diese mit einem Lächeln oder einem finsteren Gesichtsausdruck. Die Geräte kommen dabei nicht nur in Tempo-30-Bereichen wie in der Fischbacher Wohngegend zum Einsatz, sie werden nach Angaben der Stadt auch auf Strecken mit Tempo 50, beispielsweise in Fischbach an der B 31, oder in verkehrsberuhigten Bereichen angebracht. Vier der sechs Smiley-Anzeigen sind fest montiert, neben den beiden in Fischbach sind Geräte in der Maybachstraße und in Kluftern auf Höhe des Bürgerhauses zu finden. Zwei weitere Geräte sind mobil einsetzbar. "Die mobilen Geräte werden auch dort eingesetzt, wo uns Bürger Hinweise geben, dass in bestimmten Straßenabschnitten zu schnell gefahren wird", teilt die Stadt auf Anfrage des SÜDKURIER mit.

 

Durch einen traurigen Gesichtsausdruck sollen Autofahrer darauf hingewiesen werden, dass sie zu schnell unterwegs sind. Durch ein lachendes Gesicht in der Anzeige bekommen sie die Bestätigung, dass ihre Geschwindigkeit angemessen ist. Die Stadt erklärt hierzu: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Verkehrsteilnehmer auf diese Anzeige reagieren und ihre Geschwindigkeit verringern." Es gebe allerdings keine Erkenntnisse darüber, ob sich Verkehrsteilnehmer dadurch dauerhaft an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Die Geräte zeigen nicht nur Geschwindigkeiten an, sie zeichnen die Anzahl der Verkehrsbewegungen, das Tempo und die Uhrzeit auch auf. Darüber hinaus gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung Geräte mit Timerfunktion, etwa an der B 31 in Fischbach.

Die Stadt kann mithilfe der Geräte auswerten, wie viele Fahrzeuge in einem Abschnitt unterwegs waren, wie viele zu schnell gefahren sind und wann das war. Daraus könnten sich dann mögliche weitere Maßnahmen wie Geschwindigkeitsmessungen mit Verwarnungen ergeben. "Wir haben bei diesen Anlagen keine Möglichkeit, Radfahrer oder auch Fußgänger herauszurechnen. Es wird nur festgestellt, wie viele Verkehrsteilnehmer schneller als beispielsweise 30 km/h waren, nicht aber ob es sich um Pkws, Fußgänger oder Radfahrer handelt", erklärt Pressesprecherin Andrea Gärtner. Man erhoffe sich von den Anzeigen, dass sich mehr Verkehrsteilnehmer an die Tempovorgaben halten. Daher sei die Anschaffung von zehn weiteren Geräten geplant, die dann mobil und stationär eingesetzt werden.

Hätten Sie es gewusst?

  • Ein Geschwindigkeitsanzeigesystem mit Smiley kostet zwischen 2000 und 2500 Euro. Für eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage (Blitzer) werden rund 80 000 Euro fällig.
  • Eine fest installierte Geschwindigkeitsanzeige ist solarbetrieben. Die mobilen Anlagen funktionieren hingegen über Akkus.