Nick Sattelmeier, Kevin Rueff und Steven Müller gehören zu den besten deutschen Nachwuchs-Fotografen. Das zumindest hat die Jury des Deutschen Jugendfotopreises entschieden, der Ende September auf der Photokina in Köln verliehen wurde. Ihr ausgezeichnetes Bild "Schattenmonster" entstand während der Wildnispädagogik-Landart-AG in der Merianschule.

"Schattenmonster" heißt das Siegerbild der Friedrichshafener Merianschüler. Die Fotogruppe gewann beim Deutschen Jugendfotopreis einen der Hauptpreise.
"Schattenmonster" heißt das Siegerbild der Friedrichshafener Merianschüler. Die Fotogruppe gewann beim Deutschen Jugendfotopreis einen der Hauptpreise. | Bild: Wildnispädagogik-LandArt-Garten-AG

38 Preisträger aus 20 000 Fotos

Das Jahresthema des Wettbewerbs lautete "Ich und die Welt – Selfies und Selbstdarstellungen". Insgesamt sandten 4400 junge Fotografen 20 000 Bilder ein. Die Fachjury wählte 38 Preisträger aus – darunter auch Nick, Kevin und Steven. Sie wurden zur Photokina, einer Leitmesse für Bilder und Videos, eingeladen und durften auch auf die Bühne – ein aufregendes Erlebnis. "Wir haben diskutiert, wer von uns redet. Nick war damit einverstanden, dass er die Aussage unseres Bildes erklärt", berichtet Steven. Am Ende sei die Diskussion aber völlig umsonst gewesen, da alle drei zu Wort kamen und Fragen zu ihrem Werk beantworteten.

Kevin, Steven und Nick (v. links n. rechts) während der Preisverleihung am 28. September in Köln.
Kevin, Steven und Nick (v. links n. rechts) während der Preisverleihung am 28. September in Köln. | Bild: Frauke Pieper-Keller

Datenschutz-Grundverordnung als Ideengeber

Als Inspiration für den Fotobeitrag diente nach Aussage von ihrer Lehrerin Frauke Pieper-Keller die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). "Der Jugendfotopreis stand unter dem Motto Selfies, doch heutzutage sind aufgrund der DSGVO kaum noch Gesichter zu erkennen. Die Neuregelung wurde viel diskutiert und beeinflusst unser aller Alltag." Daher habe sich die Fotogruppe für das Werk "Schattenmonster" entschieden, auf dem sie ihre eigenen Schatten kunstvoll in Szene setzen.

Kevin zeigt seine Urkunde vom Deutschen Jugendfotopreis. Diese überreichte Steffen Rooschüz, Schulleiter der Merianschule, bei der Schulversammlung am Montag.
Kevin zeigt seine Urkunde vom Deutschen Jugendfotopreis. Diese überreichte Steffen Rooschüz, Schulleiter der Merianschule, bei der Schulversammlung am Montag. | Bild: Singler, Julian

Am Montag gab es dann eine Würdigung ihrer Leistung in der monatlichen Schulversammlung. Rektor Steffen Rooschüz bat die drei 14-jährigen Jungen in der Turnhalle gemeinsam mit ihrer Lehrerin nach vorn. Dort berichteten sie von ihren Erlebnisse auf der Photokina in Köln. "Wir waren überrascht, dass wir tatsächlich ein Preisgeld von 500 Euro gewonnen haben", erzählt Nick. Denn von dem Geldgewinn erfuhr die AG erst bei der Verleihung. "Von dem Betrag kauften wir für die Schule eine Kamera", erzählt Pieper-Keller.

Rektor Steffen Rooschüz, AG-Leiterin Frauke Pieper-Keller und ein Lehrer-Kollege präsentieren die Fotokamera, die die Schule vom Preisdgeld kaufte.
Rektor Steffen Rooschüz, AG-Leiterin Frauke Pieper-Keller und ein Lehrer-Kollege präsentieren die Fotokamera, die die Schule vom Preisdgeld kaufte. | Bild: Singler, Julian

Zahlreiche Erlebnisse

Nach der Preisverleihung verbrachten die Preisträger ein gemeinsames Wochenende in der Akademie für kulturelle Bildung in Remscheid. Hier nahmen sie an verschiedenen Workshops und Vorträgen teil und besprachen ihre Bilder mit der Jury. "Besonders toll waren die Kamerakurse, aber auch die Besichtigung des Kölner Domes", erzählt Kevin. Auch Lehrerin Pieper-Keller nahm von den Tagen einiges mit. "Eine Fotografin beim Workshop in Remscheid sagte, dass wir uns immer spiegelverkehrt sehen. Der Mensch betrachtet sich selbst nur im Spiegel und wird von außen ganz anders wahrgenommen. Jeder hat eine andere Sicht von einem", erzählt die AG-Leiterin.

Nick, Steven und Kevin jedenfalls haben ein erlebnisreiches September-Wochenende hinter sich. Alle drei wollen weiter fotografieren, was das Zeug hält – auch wenn Nick eigentlich noch lieber Videos dreht. Vielleicht winkt ja bald ein weiterer Preis.