Das auf drei Jahre angelegte Projekt Methquest hat ein Gesamtvolumen von 32 Millionen Euro und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit insgesamt rund 19 Millionen Euro gefördert. An die Rolls-Royce-Tochter MTU Friedrichshafen gehen davon rund 4,9 Millionen Euro, die Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, symbolisch an Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce Power Systems, übergab.

Strom aus erneuerbaren Energien

Die gemeinsame Leitprojektkoordination für Methquest übernehmen Rolls-Royce Power Systems und die Forschungsstelle der DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Mit Strom aus erneuerbaren Energien, beispielsweise Sonne und Wind, soll in einem sogenannten Power-to-Gas-Verfahren umweltfreundliches Gas gewonnen und als Kraftstoff verwendet werden, erläuterten Schell und die beiden Projektkoordinatoren Frank Graf (DVGW-Forschungsstelle) und Michael Hönl (MTU). Es gibt sechs Teilbereiche: Methfuel beschäftigt sich mit verfahrenstechnischen Konzepten zur Herstellung des Methangases, Methcar mit Pkw-Gasmotoren, Methpower mit Motorenkonzepten für stationäre Anwendungen, Methmare mit Gasmotoren für die Schifffahrt (letztere beiden Teilprojekte liegen bei der MTU), Meth Grip mit der Entwicklung von ganzheitlichen Konzepten zur Kopplung des Energiesektors mit dem Verkehrssektor in sogenannten Microgrids (kleinen, unabhängigen Netzen) mittels methanbasierter Kraftstoffe für Binnen- und Seehäfen am Beispiel des Hafens Karlsruhe, sowie Methsys, eine verbundübergreifende systemanalytische Bewertung hinsichtlich Kosten, Klimawirkung und Umsetzbarkeit.

Infrastruktur für Transport und Speicherung

Der Vorteil von Gas, so Graf: Es gebe bereits in Deutschland und in Europa eine leistungsfähige Infrastruktur für Transport und Speicherung. Derzeit habe das Land bei Zusammenbruch der Versorgung Reserven von 40 Minuten beim Strom, für Gas hingegen für drei Monate.

Schell und Brackmann machten klar, der Klimawandel betreffe uns schon heute und es werde in den kommenden Jahrzehnten weiter drastische Veränderungen geben. "Ich bin ein großer Befürworter der Energiewende", sagte Schell. "Wir machen das aber nicht nur der Umwelt zu Liebe, sondern auch, um den Standort Deutschland zu fördern", sagte Brackmann. Langfristig diene das der Sicherung der Arbeitsplätze.