Am Mittwochnachmittag herrschte eine gute halbe Stunde lang Ausnahmezustand auf der Strecke zwischen Landratsamt und Schulmuseum. Ausnahmsweise waren keine Bauarbeiten Grund für die kurzzeitige Behinderung des Verkehrs: Die Straßensperrung diente Studierenden dazu, ihrem Anliegen einer besseren Hochschulfinanzierung Gehör zu verschaffen.

Die Linie 7395 musste ein paar Minuten warten, bis der kleine Demonstrationszug vorbeigezogen war. Die von den anwesenden Polizeibeamten geschätzte Verspätung dadurch belief sich auf etwa drei Minuten.
Die Linie 7395 musste ein paar Minuten warten, bis der kleine Demonstrationszug vorbeigezogen war. Die von den anwesenden Polizeibeamten geschätzte Verspätung dadurch belief sich auf etwa drei Minuten. | Bild: Lena Reiner

Rund 80 Studierende der DHBW vom Friedrichshafener Standort hatten sich trotz des Regenwetters zusammengefunden und zogen in einem Demonstrationszug vom Fallenbrunnen am Landratsamt vorbei über die Bundesstraße Richtung Rathaus. „Mehr Geld für Bildung!“, lautete ihre laut vorgetragene Forderung. Zwischendurch hieß es auch: „Ohne Moos nix los!“

Pro-Rektor Heinz-Leo Dudek äußerte seine Freude über die Unterstützung des wichtigen Anliegens durch die Studenten telefonisch: „Wir haben als Gesamt-DHBW und als DHBW Ravensburg einen Forderungskatalog zum neuen Hochschulfinanzierungsvertrag eingebracht. Es ist natürlich toll, dass die Studierenden sich selbst auch dafür starkmachen.“

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Obwohl die Studierendenanzahl jährlich steige – allein von 2018 zu 2019 habe es einen zehnprozentigen Zuwachs am Standort gegeben – sei die Finanzierung im Jahr 2014 steckengeblieben. „Dabei ist es wichtig, genug Personal zu haben.“ Personelle Engpässe würden derzeit mit Freiberuflern gefüllt. Und mehr noch: „Wir brauchen ja auch die entsprechenden Räumlichkeiten und genug PCs, an denen die Studierenden dann etwa Programmieren lernen können.“

Kleine Demo, große Wirkung: Der Demozug führte vom Landratsamt in die Innenstadt und hielt einige Minuten den Verkehr auf – zumindest für diejenigen, die nicht über die Albrechtstraße ausweichen wollten.
Kleine Demo, große Wirkung: Der Demozug führte vom Landratsamt in die Innenstadt und hielt einige Minuten den Verkehr auf – zumindest für diejenigen, die nicht über die Albrechtstraße ausweichen wollten. | Bild: Lena Reiner

Auch Versammlungsleiter Johannes Anthofer betonte, dass die Finanzierung sowohl den gestiegenen Ansprüchen an Lehre und Forschung als auch der gewachsenen Anzahl Studierender gerecht werden müsse. Auch für mehr Stellen, also mehr Dozenten mit unbefristeten Arbeitsverträgen, plädierte er.

Armutszeugnis für Baden-Württemberg?

Diese könnten auch längerfristige Projekte betreuen und außerdem „muss der Arbeitsplatz ja auch attraktiv sein. Sonst gehen die Dozenten lieber in andere Bundesländer, wo es ein paar Euro mehr gibt“. Markus Hertel vom studentischen Organisationsteam ergänzte: „Man hört ja immer, wie viele intelligente Denker und Erfinder aus Baden-Württemberg kommen. Da ist es doch wirklich ein Armutszeugnis, dass Hochschulen hier finanziell so einen geringen Stellenwert haben.“

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