Etwas unschlüssig steht die amtierende Miss Tuning 2015 Liane Günter in ihren High-Heels mit dem Wassereimer in der Hand. "Einfach drüber", animieren sie die Fotografen. Hilfesuchend wandert ihr Blick zum Besitzer des Ford Mustang GT 5.0, dem sie mit dem Wasser eine heiße Dusche verpassen soll. "Egal wohin, es funktioniert überall", ermutigt Torsten Meyer sie. In einem Schwall ergießt sich das Wasser über die Motorhaube und die Fotografen schießen ein Bild nach dem anderen. Aber nicht von der gestylten Liane, sondern der Motorhaube, die unter ihrem matten schwarzen Lack die Sterne der US-amerikanischen Flagge preisgibt.
 

Sowas gab es auf der Tuning World Bodensee noch nicht zu sehen. "Außer meinem gibt es noch fünf andere Fahrzeuge in Deutschland, die das können", sagt Meyer stolz. Mit literweise warmem Wasser legt Liane immer mehr von dem Werk des Künstlers René Turrek, der das Bild unter dem Lack gesprüht hat, frei. Beträgt die Temperatur der Karosserie unter 28 Grad, ist der Mustang schwarz. Wenn das Thermometer auf über 28 Grad klettert, verschwindet der aus hunderten Molekülen bestehende Thermolack wie von Zauberhand und das Bild wird sichtbar.

Was ihn dieser Effekt genau gekostet hat, möchte Meyer nicht sagen. "In etwa so viel wie ein Kleinwagen", verrät der Tuning-Fan nach mehrmaliger Nachfrage. Da er keine andere Laster habe, sei das vom Budget her drin. "Meine Frau war auch einverstanden, deshalb ging das in Ordnung", gesteht Meyer grinsend. Ein Blickfang ist der Hidalgo, wie das Chamäleon der Autowelt unter den Tuning-Fans heißt, auf jeden Fall. Und zwar einer, den die Menschen im 2500 Seelen Dorf Schapen im Emsland auch zu sehen bekommen. "Wenn ich kurz zum Bäcker fahre, werde ich schon ab und an von Blitzlicht begrüßt", so Meyer. Auf der Tuning World Bodensee, die am Donnerstag auf dem Häfler Messegelände startet, haben die Besucher Gelegenheit, Hidalgo an allen Veranstaltungstagen live zu sehen.