Stattlich sehen sie aus, die Sänger des Männerchors Friedrichshafen-Fischbach (MCF) in ihren weinroten Blazern und grauen Fliegen, und die Bläser der Musikkapelle Friedrichshafen Fischbach (MKF) in ihren Uniformen sowieso. Wenn diese zwei gern gehörten Musikgruppen gemeinsam musizieren, ist der Zulauf trotz schönen Wetters groß, wie am vergangenen späten Sonntagnachmittag in der Kirche St. Magnus in Fischbach.

Die Ahnung, dass dieses geistliche Konzert mit dem Titel „Gesang trifft Blasmusik“ sich lohnen wird, hat sich dann auch bestätigt. Lob- und Dankgesänge, eine Spiritual-Messe des Männerchors sowie einnehmend getragene Interpretationen der MKF bis zum gemeinsamen Musizieren beider Gruppen am Schluss eröffnen den Besuchern andere Sphären und geben Geist und Seele Nahrung.

Unter der dynamischen Leitung Erich Hörmanns zeigen sich die Sänger in Hochform. Bestens aufeinander abgestimmt mischen sich die einzelnen Stimmen zu einer homogenen Gruppe, die bis hinein in gestalterische Feinheiten präzise, konzentriert und sensibel auf Hörmanns Anweisungen reagiert. Und zwar schon beim Einsatz des ersten Stücks „Lobe den Herrn, meine Seele“. Hier wie teilweise anderswo untermalt Patrick Brugger einfühlsam am E-Piano, wenn nicht a cappella gesungen wird. Mit ausgewogener, geschlossener Stimmführung zeigt der MCF, wie sich Lobgesang anhört und setzt mit vorbildlicher Artikulation und aufblühenden Steigerungen punktuell dem Text gemäße markante Akzente.

Machtvoller Jubel und Preis hat bei „Jubelt dem Herrn“ den nötigen Elan mit beeindruckend starken Tenören. Nach einem innigen, demutsvollen „Bleib bei mir Herr“ setzt Jörg Scheffer vom MKF beim vollmundigen, zu Herzen gehenden „Dank sei dir, Herr“ von Händel ein glänzendes Trompetensolo darüber.

Mit rhythmischem, spritzigem Schwung und offensichtlicher Gesangsfreude kommt die Spiritual-Messe von Michael Schmoll daher, so als wäre diese Art von Musik das eigentliche Repertoire von Hörmanns Sängern. Heike Bruggers geschmeidige Querflötenbegleitung ist das i-Tüpfelchen darauf.

Dirk Müller hat die MKF gut im Griff und entlockt bei „Behüt dich Gott“ aus dem „Trompeter von Säckingen“ mit Hingabe musizierte, einnehmende Klänge. Auch hier gibt Jörg Scheffer eine eindrucksvolle Vorstellung seines Könnens. Wie weich und empfindsam Benedikt Müller sein Tenorhorn beherrscht, ist große Kunst und bereichert den Klang der Ballade „The Rose“ auf das Feinste. Mit flüssig musizierten dynamischen Steigerungen entwickelt sich der Klang mit stimmungsvoll angereicherter Schlagzeuguntermalung, breitet sich voll aus und klingt am Ende mit samtweichem Tenorhorn aus.

So seelenvoll, wie die MKF das „Gebet“ von Hans Blank interpretiert, kann es nur aus dem Herzen strömen. Was MCF und MKF dann gemeinsam zu Gehör bringen, ist schlichtweg überwältigend. „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ von Bach, der Männerchor vollmundig, aber mit viel Feingefühl, von der Musikkapelle auf ebensolche Weise mitgetragen. „Il Signoere è con te“ von Kees Vlak ist ebenfalls so erhebend, dass die Besucher zwei Zugaben erklatschen. Und das ist dann der absolute Höhepunkt. Klangmächtig und mit ganzer Inbrunst, im Stil himmlischer Heerscharen, braust „Die Himmel rühmen“ über die Köpfe der Besucher hinweg, dass sich diese zum Applaudieren von den Sitzen erheben. „Il Signore è con te“ dranzuhängen, hat diese großartige Stimmung ein wenig verwischt. Aber wie das Konzert insgesamt gewirkt hat, zeigte sich in den rundweg begeisterten Reaktionen: ein Fest für die Ohren mit langem Nachhall.