Gute Nachrichten brachten Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce Power Systems (RRPS) und Marcus A. Wassenberg, Finanzvorstand, zu der diesjährigen Bilanzpressekonferenz mit. „Uns ist eine positive Wende bei Umsatz, Gewinn und Auftragseingang gelungen. Wir sind wieder in gutem Fahrwasser und haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", sagte Schell. Marcus A. Wassenberg fügte hinzu, dass vor allem neue Erlösquellen, etwa im Service-Geschäft und ein anderer Produktmix zu dem Erfolg geführt hätten.

Trotzdem steht die MTU Friedrichshafen, wie der gesamte Geschäftsbereich RRPS vor weiteren Herausforderungen. "2018 wird ein interessantes Jahr, der Konzern wird sich neu aufstellen", sagte Schell. Ein wichtiger Baustein dabei ist die weitere Ausrichtung auf die Kunden. So waren die drei neu eingerichteten Customer Care Center (in Friedrichshafen, USA und Asien) ein voller Erfolg, diesen Weg will das Unternehmen weitergehen.

Eine der größten Herausforderungen ist die Digitalisierung. In Friedrichshafen wurde dafür ein Team von 40 Mitarbeitern gegründet, das unter dem Namen "Digital Solutions" an der Vernetzung von Motoren und Systemen aber auch an innovativen Geschäftsideen arbeitet. "Wir wollen die Digitalisierung und die bestehende Arbeitswelt zusammen bekommen", erläuterte Wassenberg. Dazu müsse sich am Standort Friedrichshafen einiges ändern. "Wir stehen vor der Aufgabe, unsere Mitarbeiter fit zu machen für die Zukunft, sie zu qualifizieren für neue Technologien", so Wassenberg. Dabei habe man die Wichtigkeit des Standortes Friedrichshafen klar im Blick. "Wir wollen gemeinsam mit den Mitarbeitern diesen Weg gehen. Das bedeutet aber auch, dass wir unsere Ingenieure, Facharbeiter und Auszubildende schulen müssen", erläuterte der Finanzvorstand. Statt vieler Experten im Dieselbereich bedürfe es künftig vermehrt Ingenieure und Facharbeiter für die Bereiche Elektrotechnik oder Automatisierung.

"Wir sind ein Unternehmen im Wandel, es wird ein anderes sein, als das was wir heute kennen", erklärte Vorstandsvorsitzender Schell. Natürlich werde man weiter Motoren bauen, aber der Service werde deutlich ausgebaut. Auch die Wachstumspotentiale will Schell weiter ausbauen, vor allem in Asien. Bereits jetzt werden in China 4000-er Motoren in einem Joint Venture gebaut, bald könnten in Indien 1600er-Motoren vom Band gehen, dazu soll das Werk in Überlingen geschlossen werden. "Noch laufen die Verhandlungen, aber den betroffenen Mitarbeitern werden adäquate Jobs angeboten", erklärte Andreas Schell.

Zahlen und Fakten

Der bereinigte Umsatz stieg um 3 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Auch die Umsatzrendite erhöhte sich deutlich auf 11,3 Prozent (4,1 Prozent mehr als im Vorjahr). RRPS weist mit 376 Millionen Euro einen um 61 Prozent größeren Gewinn als im Vorjahr aus. Der Auftragsbestand ist mit 2,4 Milliarden Euro vier Prozent höher als 2016.

Mit dem Ergebnis 2017 trägt der Geschäftsbereich Power Systems mit seiner Kernmarke MTU 19 Prozent zum Gesamtumsatz der Rolls-Royce-Gruppe bei und ist somit zweitstärkster Umsatzträger bei Rolls-Royce.

 

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