Manch ein Gast der Nationalen Maritimen Konferenz (NML), die gestern im Graf-Zeppelin-Haus zu Ende ging, wunderte sich am Mittwochabend über den Ort, an dem die Teilnehmer zum abendlichen Empfang geladen waren. Statt Seeblick gab‘s Luftschiff-Ambiente. Stadt und Kreis als Veranstalter entschieden sich für den Zeppelin-Hangar am Flughafen, in dem eins der Passagierschiffe optischer Blickfang in der sonst eher schmucklosen Halle war. Die Luftschiff-Werft sollte exemplarisch für den Wirtschaftsstandort stehen. Schließlich war der Pioniergeist des Grafen Zeppelin und seiner Mitstreiter vor über 100 Jahren die Initialzündung für die Entwicklung zur High-Tech-Region, in der die Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft bis heute eine besondere Rolle spielt.

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Für diese Firmen bot der Empfang eine große Plattform, sich und ausgewählte Produkte der Branche zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen, Gespräche zu führen. Aber auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) oder die Landtagsabgeordneten aus der Region beispielsweise nutzten den Abend, um sich mit Firmenchefs fernab des öffentlichen Protokolls auszutauschen.

Wo mancher Gast einen Shanty-Chor auf der Bühne erwartet hätte, trat das Alphorn-Trio vom See auf.
Wo mancher Gast einen Shanty-Chor auf der Bühne erwartet hätte, trat das Alphorn-Trio vom See auf. | Bild: Mommsen, Kerstin

Allein im Bodenseekreis gibt es nach Angaben der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis über 100 Unternehmen in der maritimen Wirtschaft. Dazu zählen neben den bekannten „Schwergewichten“ wie Rolls-Royce Power Systems, ZF, Zeppelin oder Liebherr auch mittelständische Betriebe wie Ihse, Brose, Sick oder Bootsbauer und Yachtausrüster bis hin zur „Ultramarina“ in Kressbronn, der größten Binnenmarina Europas. Viele von ihnen nutzten die Möglichkeit, sich in diesem Rahmen zu zeigen.

Viele regionale Firmen nutzten den Abendempfang, um sich und ihre Produkte der Branche zu präsentieren.
Viele regionale Firmen nutzten den Abendempfang, um sich und ihre Produkte der Branche zu präsentieren. | Bild: Robert Hack

Zwischen Motoren und anderen technischen Exponaten blieb allerdings wenig Raum für einen klassischen Empfang. Für musikalische Einlagen sorgte das Bodensee-Alphorntrio. Dafür wird die Abendveranstaltung laut Kreisverwaltung voraussichtlich durch Sponsorengelder bezahlt, belasten die kommunalen Kassen also nicht.

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Sowohl Gemeinderat also auch Kreistag hatten beschlossen, jeweils bis zu 40 000 Euro für den Empfang bereitzustellen. Nach der Kostenübersicht des Bundeswirtschaftsministeriums, das die NKM veranstaltet, bleiben bei den beiden regionalen Partnern, die ein Drittel der Kosten übernehmen müssen, für die Konferenz selbst weniger als 100 000 Euro zu zahlen übrig.

Landrat Lothar Wölfle fungierte als Gastgeber auch auf der Bühne im Gespräch mit Moderatorin Chrissi Weiß.
Landrat Lothar Wölfle fungierte als Gastgeber auch auf der Bühne im Gespräch mit Moderatorin Chrissi Weiß. | Bild: Robert Hack