Sie ist jung, engagiert und eines der 14 neuen Gesichter im Häfler Gemeinderat: Anna Hochmuth. Die gebürtige Sinsheimerin lebt seit Januar 2016 in Friedrichshafen und studiert Politik, Verwaltung und Internationale Beziehungen an der Zeppelin-Universität. Darüber hinaus gehört sie seit fünf Jahren zu den Grünen und engagiert sich im Vorstand des Grünen-Ortsvereins, der grünen Jugend und in der Behindertenpolitik. Am 26. Mai erhielt Anna Hochmuth mehr als 10 000 Stimmen, wurde zur Stimmenkönigin ihrer Partei. „Das ist ziemlich überwältigend“, sagte sie drei Tage danach.

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„Das Ergebnis erzeugt einen positiven Druck, die Wahlkampf-Versprechen auch einzulösen“, erklärt Hochmuth. Ihr sei bewusst, dass so viele Wählerstimmen ein hohes Maß an Verantwortung bedeuten. Deshalb ließ sie sich mehrere Monate Zeit, bevor sie den Vorschlag des Fraktionschefs Gerhard Leiprecht annahm und sich für ihre Kandidatur entschied. „So etwas will schließlich gut überlegt sein“, sagt sie. Nachdem die Entscheidung gefallen ist, habe sie ihre Hobbys wie das Klettern, Schwimmen oder Reisen aber gern hinten angestellt, um sich in den Wahlkampf zu stürzen.

Großvater war schon Stadtrat

Anna Hochmuth wurde die Begeisterung für die Politik in die Wiege gelegt. „Mein Großvater war über 30 Jahre lang Stadtrat in Sinsheim, da wurde zu Hause natürlich viel über Politik gesprochen“, erzählt sie. Während ihrer Schulzeit habe sich dann ihr Interesse für „grüne Themen“ entwickelt.

Für die kommenden fünf Jahre im Gemeinderat hat die Studentin schon ganz konkrete Pläne: „Mir ist wichtig, dass wir uns genau anschauen, ob und wie gut die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens in der Stadt verfolgt werden und ob es beim Thema Barrierefreiheit noch Luft nach oben gibt“, so Hochmuth.

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Außerdem sei das sogenannte Gender Budgeting, also die Aufstellung eines Haushaltsplanes mit dem Ziel, die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen, eines ihrer Anliegen. „Mehr Transparenz kann auch nicht schaden“, findet die 23-Jährige, „deshalb könnte man die Gemeinderatssitzungen per Live-Stream im Internet übertragen.“ Damit erreiche man vor allem die jungen Menschen besser.

Vorfreude auf die neue Aufgabe

Anna Hochmuth freut sich auf ihre neue Aufgabe und die Zeit im Rat. Sie will die Stadt mitgestalten und eigene Ideen einbringen. Irgendwann Berufspolitikerin zu werden, kann sie sich derzeit aber nicht vorstellen. „Die Lokalpolitik ist spannend genug und viel greifbarer“, sagt die Studentin.