Einen Abend voller Melodien, Poesie und Lebensfreude schenkte der Ailinger Chor Mundwerk mit seinem Konzert „Unplugged“ den Zuhörern am Freitag im Berger Gemeindehaus. Unter der Leitung von Christine Waggershauser brachten die 43 Sängerinnen und Sänger bekannte Lieder aus Rock und Pop auf die Bühne.

„Statt für Fernseher und Kanapee haben Sie sich heute für einen Konzertabend entschieden“, begrüßte Werner Fahr das Publikum und versprach einen Abend mit audiovisueller Unterhaltung. Was als Wort recht trocken klingt, wurde von Mundwerk live und unplugged mit Leben und natürlich mit ganz viel Musik gefüllt. Angesprochen waren alle Sinne. Zuallererst natürlich die Ohren. Bei allen Liedern – vom traditionellen Zulu-Lied „Si njai, njai“ über „Viva la Vida“ von Coldplay bis zum „Mambo“ von Herbert Grönemeyer – füllten die Sänger mit ihren Stimmen den Raum und präsentierten sich als runder und ausgewogener Klangkörper. Fürs Auge gab es zu den Liedern passende Bilder auf der Leinwand. So unterstrich ein herzförmiger Luftballon, dem die Luft ausgegangen ist, die Botschaft des Liedes „If this is it“ von Huey Lewis and the News, das vom Ende einer Beziehung handelt.

Apropos Botschaft. Die spielte bei diesem Konzert eine ganz wichtige Rolle. Nach dem Vorbild der bekannten „Live Lyrix“ von SWR3 stellten einzelne Chormitgliedern dem Lied die deutsche Übersetzung des Textes voran. Im gemütlichen Sessel sitzend luden sie zu einem Moment des Innehaltens ein. Wer hätte gedacht, dass es bei dem eigentlich recht optimistisch klingenden „It's raining again“ von Supertramp nicht nur um Regenwetter, sondern um eine verlorene Liebe geht? Oder dass bei „Short People“ von Randy Newman nicht nur kleingewachsene Leute, sondern kleinkariertes Denken das Thema ist. Mareike Ambrosius und Bettina Kupfert-Moore haben die Texte vorbereitet, die in genau richtiger Länge auf die Lieder einstimmten.

Einen wichtigen Beitrag zum gelungenen Konzertabend leisteten die Kinder einiger Chormitglieder mit ihren jungen Stimmen und ihrer Freude am Dabeisein. Von der Empore herunter lasen sie den Text und sangen zusammen mit dem Chor „One of us“ von Joan Osborne. „Ja, es stimmt. Gott ist groß. Aber was wäre, wenn er einer von uns wäre“, gaben sie dem Publikum erneut Stoff zum Nachdenken. Aber es gab auch Gute-Laune-Lieder wie „Sunny“ von Bobby Hebb oder „Rama Lama“ von The Edsels. Da schnippte und wippte nicht nur das Publikum gerne mit. Auch die Sängerinnen und Sänger zeigten sich nicht als statischer Chor, sondern unterstrichen die Lieder mit Bewegung und viel Gefühl für Rhythmus.

Einige Songs wurden von Solisten aus den eigenen Reihen gesungen. Dennis Ströhle lieh seine Stimme für „Your latest trick“ von den Dire Straits und Werner Fahr rockte bei „Rama Lama“. Hans Hunger hatte mit „Honesty“ von Billy Joel und „Short People“ gleich zwei Soli. Auch seine Stimme passte klasse zu den Liedern. Schade war nur, dass er nicht auf das Notenblatt in der Hand verzichtet hat. Mit viel Applaus dankte das Publikum auch Manfred Müller am Kontrabass und natürlich Christine Waggershauser, die mit dem Chor nicht nur die Lieder einstudiert, sondern das komplette Konzert am Klavier begleitet hat. Mundwerk kam nicht ohne Zugaben von der Bühne. Hans Hunger überzeugte nochmals bei „Hit the road Jack“ und die Kids waren bei „Pata Pata“ mit von der Partie.