Ein durchweg optimistisches Bild haben die Verantwortlichen beim Branchengespräch für zahlreiche internationale Pressevertreter gezeichnet. Umsatzzuwächse von fünf Prozent und ungebremste Begeisterung für das E-Bike stimmen die Branche weiter positiv. 800 000 bis 900 000 verkaufte E-Bikes, so viele wie im vergangenen Jahr und damit erneut mit einem Umsatzanteil von 19 Prozent, erwartet Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrieverbands (ZIV), auch für das Jahr 2018.

2019 sollen über eine Million E-Bikes verkauft werden

Er sieht für 2019 mit über einer Million verkaufter Exemplare noch Luft nach oben. Dabei gleicht der Trend zum technisch hochwertigen und elektrifizierten Rad den erneuten leichten Rückgang an verkauften Stückzahlen mehr als aus. Doch viele Kinder lernen heute nicht mehr automatisch Rad fahren. Um sie trotzdem auf den Drahtesel zu bringen, sind zahlreiche Initiativen gefragt.

„Wir erschließen jetzt den Markt in Saudi-Arabien“, berichtet Wolfgang Hohmann von Wolfi’s Bike Shop. Die Impulse dafür kämen aus Dubai, wo es hervorragende Radwege und Radrennen selbst für Frauen gebe. Doch auch hierzulande zeigt sich Wachstumspotenzial.

Cargo-Pedelecs sollen in Innenstädten Lieferwagen ersetzen

Cargo-Pedelecs sollen vermehrt den auf dem Gehweg abgestellten Lieferwagen in den Innenstädten ersetzen, und das Basismodell der Deutschen Post soll, angepasst an die spezifischen Bedürfnisse, auch für andere Branchen attraktiv werden. „Im Lastentransport ist noch am meisten Musik drin“, sagt Stefan Reisinger, Bereichsleiter der Eurobike. Er sieht die Messe mit der gesamten Bandbreite „toll aufgestellt“. Darüber hinaus wolle man den Austausch von Politik, Verbänden und Händlern ausbauen, um die verschiedenen Interessen zu bündeln.

Händler machen Rückzieher: 2019 doch wieder Publikumstag

Dass das nicht immer problemlos gelingt, zeigt das Hin und Her von Veranstaltungstermin und Publikumstag. „Die Branche ist wankelmütig und hat unterschiedliche Wünsche an uns herangetragen“, schildert Reisinger den Grund für die erneute Änderung. Denn viele Händler stellten fest, dass der Publikumstag ein unverzichtbares Barometer sei – zuvor war dieser Tag, an dem alle Interessierten zur Messe kommen konnten, manchen eher lästig. So bedingt die Wiedereinführung des Publikumstags im nächsten Jahr das Verschieben der Messe auf einen späteren Termin. Schließlich soll ausgeschlossen werden, dass der Endverbraucher zu früh vom neuen Spielzeug auf dem Markt erfährt.

Radunterhosen ohne "Windelgefühl"

Radunterhosen für den Weg zur Arbeit stellt ein italienischer Textilhersteller vor.
Radunterhosen für den Weg zur Arbeit stellt ein italienischer Textilhersteller vor. | Bild: Anette Bengelsdorf
  • Radunterhosen für urbane Pendler, unsichtbar und ohne „Windelgefühl“ bietet ein italienischer Textilhersteller unter der Marke „For.Bicy“ an. Wer seine Sitzbeinhöcker auch auf dem Weg zur Arbeit schützen möchte, komme künftig an der üblichen Radlerhose vorbei. Hose runter, das Polster in die eingearbeitete Tasche in der Unterhose eingelegt, fertig. Entfernt werde das anatomisch geformte Pad durch einen beherzten Griff hinten in den Hosenbund. Die Unterhose inklusive Pad ist für 59 Euro, ohne Pad für 44 Euro im Handel erhältlich.

E-Bike für die Arbeit oder Abenteuertrips

Leichter, mit verschiedenen Gepäckträgern und Chamäleon-Lack: das E-Mountainbike als Allround-Talent.
Leichter, mit verschiedenen Gepäckträgern und Chamäleon-Lack: das E-Mountainbike als Allround-Talent. | Bild: Anette Bengelsdorf
  • Ein E-Mountainbike, entwickelt für den Weg zur Arbeit, für lange Touren auf der Straße oder Abenteuertrips auf Singletrails durch unwegsames Gelände – mit dem „Remote Control“ zeigt die Firma Kona aus dem Nordwesten der USA einen Branchentrend. Geringes Gewicht, verschiedene Gepäckträger und eine Lackierung so schillernd wie ein Chamäleon sollen das E-Bike zu einem Allroundtalent machen.

Internet of Things erobert das Rad

Mit "eConnect" kann der Kunde den für ihn passenden Rahmen finden. Und wird das Rad mal gestohlen, lässt sich seine Spur per Handy verfolgen.
Mit "eConnect" kann der Kunde den für ihn passenden Rahmen finden. Und wird das Rad mal gestohlen, lässt sich seine Spur per Handy verfolgen. | Bild: Anette Bengelsdorf
  • Mit „eConnect“ erobert das Internet of Things das Rad. Eine neue Version von „eConnect“ des Fahrradherstellers Winora erfasst jetzt Größe und Proportionen des Kunden und berechnet für den Fachhändler Rahmengröße und Geometrie des gewünschten Modells. Sollte das Rad gestohlen werden, kann der Besitzer dessen Position auf dem Handy verfolgen. Und für den Fall, dass der Besitzer stürzt, zeigt das System Rettungskräften die GPS-Daten der Unfallstelle an. „eConnect“ kann bei allen E-Bikes, aber auch herkömmlichen Rädern nachgerüstet werden.

Warme Füße bei jedem Wetter

Mit dem Heiz-Überschuh sollen Radler auch im Winter warme Füße haben.
Mit dem Heiz-Überschuh sollen Radler auch im Winter warme Füße haben. | Bild: Anette Bengelsdorf
  • Ein Heiz-Überschuh, das „E-Cover“ des französischen Herstellers Racer, sorgt mit einem intelligenten, dreistufigen Heizsystem für warme Füße. Es sei kompatibel mit 90 Prozent aller Fahrradschuhe, sodass man wasserdicht für drei bis sechs Stunden auch im Winter angenehme Wärme genießen könne.

Der Maserati unter den Rennrädern

Extraschlanker Akku und 200-Watt-Motor: Bafang steigt mit einem E-Modell in den bislang antriebslosen Rennradmarkt ein.
Extraschlanker Akku und 200-Watt-Motor: Bafang steigt mit einem E-Modell in den bislang antriebslosen Rennradmarkt ein. | Bild: Anette Bengelsdorf
  • Den bislang antriebslosen Rennradmarkt erobert der chinesische E-Bike-Ausrüster Bafang mit einem kompakten 200-Watt-Motor und ex-traschlankem Akku. Die Unterstützung wird nur bei Bedarf am Lenker zugeschaltet und spart so Akkugewicht. 15 Kilo wiegt das Rad im Sportwagen-Look und rangiert mit einem Preis zwischen 6000 und 8000 Euro wie sein vierrädriger Namensvetter im oberen Preissegment.

Packesel für viele Gelegenheiten

Das Rad für den Einkauf oder für die Familie: Dieses Modell lässt sich mit verschiedenen Komponenten für viele Gelegenheiten aufrüsten.
Das Rad für den Einkauf oder für die Familie: Dieses Modell lässt sich mit verschiedenen Komponenten für viele Gelegenheiten aufrüsten. | Bild: Anette Bengelsdorf
  • Familien- oder Lastentransport: 85 Kilo Fahrer, 50 Kilo auf dem Gepäckträger und 25 Kilo vorn im Fahrradkorb: Das Rad des amerikanisch-schweizerischen Start-ups Benno Bikes macht nicht so schnell schlapp und lässt sich ganz individuell mit verschiedenen Komponenten für den Transport von Familie oder Lasten aufrüsten.