Die Gespräche zwischen Rolls-Royce Power Systems (RRPS) und dem Landesverkehrsministerium laufen seit Monaten, ohne dass es bisher Ergebnisse gab. Nun ist das Projekt Hybridantrieb für Nahverkehrszüge in Baden-Württemberg offensichtlich auf dem Gleis. Als Gast der Maritimen Konferenz machte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch einen Abstecher bei der MTU in Friedrichshafen und schaute sich die hier entwickelte und seit 2018 serienreife Technologie selbst an.

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Er sei „begeistert“ vom Hybrid-Powerpack, teilt RRPS mit und zitiert den Verkehrsminister: „Es ist eine vielversprechende Innovation, im Lande entwickelt, die wir auch gerne bei uns erproben wollen.“ Das Land müsse alle technischen Möglichkeiten nutzen, um auch im Schienenverkehr mit Diesel-Fahrzeugen den CO2-Ausstoß zu verringern. Der Bahnhybrid erlaubt einen lokal emmissionsfreien Einsatz auf nicht elektrifizierten Strecken und spart bis zu 25 Prozent Kraftstoff und damit CO2 ein.

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Damit stehen die Chancen gut, dass der Hybridantrieb von MTU auch in Baden-Württemberg auf die Schiene kommt. Lieferverträge haben bereits die Staatsbahn der Republik Irland und das britische Leasingunternehmen Porterbrook unterzeichnet. Mit dem Verkehrsministerium sei verabredet, dass RRPS gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Alstom prüft, ob die Umrüstung von Triebwagen des Typs Lint wirtschaftlich machbar ist.

Auf dieser Grundlage soll dann bereits im Sommer geklärt werden, ob und in welchem Umfang Dieselloks mit dem Hybridantrieb ausgestattet werden könnten, teilt das Unternehmen mit. Interessant ist, dass ab Juli nach und nach fünf neue Triebwagen des Typs Lint 54 von Alstom auf der Bodenseegürtelbahn zum Einsatz kommen. Sie sollen alte Züge des Typs 628 ersetzen, die stör- und reparaturanfällig sind.

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Für Lars Kräft, Leiter des Industriegeschäfts bei RRPS, ist die Vereinbarung mit dem Land ein Lichtblick. Das Unternehmen wirbt schon lange darum, die neue Technologie „vor der Haustür unseres Stammsitzes“ einzusetzen.