Ein Sommer ohne Eis? Für die meisten wohl kaum vorstellbar. In Efrizweiler sitzt mit Gelati Conte eine der bekanntesten italienischen Eismanufakturen am Bodensee. Chef Alfiero Conte hat inzwischen 85 Sorten im Angebot. Neu in diesem Jahr sind die Geschmacksrichtungen „Contessa“, ein rosafarbenes Schokoladeneis, „Isola Bonita“ mit verschiedenen Fruchtsorten, und „Happy Patata“. Eine Sorte sticht jedoch besonders hervor: das zweifarbige Milcheis „Magic Einhorn“. „Das lieben besonders die Kinder“, erzählt der 36-Jährige.

Mitarbeiter Bruno Calabrò rührt die fertige Mischung für die Eissorte „Magic Einhorn“ an.
Mitarbeiter Bruno Calabrò rührt die fertige Mischung für die Eissorte „Magic Einhorn“ an. | Bild: Wex, Georg

Klassiker laufen immer gut

Dennoch sind es meist die Klassiker wie Schokolade oder Vanille, die auf der Liste der beliebtesten Eissorten ganz oben stehen. „Solche Sorten laufen immer“, weiß auch Conte.

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Präsentation und Geschmack als wichtige Faktoren

In Efrizweiler werden derzeit vor allem die eigenen Kreationen „Magic Einhorn“ und „Alfiero“ produziert, erzählt der 36-Jährige.

Gerado Macellaro gießt einen Teil der Eissorte in die Eismaschine.
Gerado Macellaro gießt einen Teil der Eissorte in die Eismaschine. | Bild: Wex, Georg

Um die Kunden von neuen Sorten zu überzeugen, brauche es eine gute Präsentation und einen guten Geschmack, insofern sei auch die Teilnahme an Wettbewerben wichtig. Preise schafften Vertrauen bei den Kunden und natürlich sei eine gute Platzierung auch immer eine Bestätigung der eigenen Arbeit.

Bruno Calabrò (vorne) und Gerado Macellaro mischen die beiden Teile der Eissorte.
Bruno Calabrò (vorne) und Gerado Macellaro mischen die beiden Teile der Eissorte. | Bild: Wex, Georg

Schwarzes Eis und Bier-Eis

2017 kreierte Conte beispielsweise die Sorte „Alfriero“ und gewann beim „Gelato Festival“ in Hamburg einen Preis. 2018 entstand die Sorte „Black Panther“, die er beim „Gelato Festival Europa“ in Wien präsentierte. „Alle anderen haben das jetzt auch probiert, schwarzes Eis zu machen“, sagt er. Mit Vorfreude blicke er auf den nächsten „Grand Prix Gelatissimo“ in Stuttgart im Februar 2020, wo es darum gehen werde, ein Bier-Eis zu kreieren.

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Trend zur traditionellen Herstellung

Früher habe es fast nur die klassischen Eissorten gegeben, erzählt Conte von seiner Anfangszeit als Eismacher vor rund 20 Jahren. „Heute wollen die Leute immer etwas Neues.“ Deshalb besuche er regelmäßig italienische Eismessen, etwa in Rimini, Longarone und Mailand, um sich die Ideen der Kollegen anzusehen. „Ich glaube, die Italiener sind bei der Kreativität auf dem ersten Platz“, sagt er.

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Und Conte berichtet von einem weiteren Trend in der Branche. So gehe die Tendenz aktuell dahin, Eis wieder traditionell herzustellen, also ohne künstliche Zusatzstoffe. „Das Eis soll so sauber wie möglich sein.“ Auch die Regionalität der Produkte spiele eine zunehmend wichtige Rolle.

Nichts hält er übrigens davon, dass manche Eishersteller mit der italienischen Fahne für ihre Produkte werben – und das, obwohl sie oftmals gar keine Italiener seien. Er selbst verwende die Fahne nicht.

Keine Konkurrenz mit Supermarktprodukten

Fertig abgepacktes Eis aus dem Supermarkt oder Discounter sieht er nicht als Konkurrenz, denn es stecke eine andere Philosophie dahinter und spreche einen anderen Kundenkreis an.

Wie die Eismanufaktur entstand

  • Alfiero Conte, der aus Salerno stammt, kam 1999 nach Deutschland und arbeitete zunächst als Angestellter in einer italienischen Eismanufaktur in Bremen. 2000 kam er nach Süddeutschland, weil er sich selbstständig machen wollte und begann mit der Eisproduktion. „Das hat in Friedrichshafen gefehlt“, begründet er seine damalige Entscheidung. „Ich habe langsam angefangen und verschiedene Tests gemacht mit Eiswaren und hatte eine Eisdiele in der Stadt, heute ‚Al Museo‘, früher ‚Cappuccino‘“, erzählt Alfiere Conte. Es folgte das „Tutti Frutti“. „Ich habe begonnen wie jeder in der Branche“, berichtet er: „Ein bisschen da, ein bisschen dort.“
  • 2011 habe er zu sich gesagt: „Stopp. Es gibt hier keine Marke. Ich mache meine eigene Marke: Gelati Conte.“ Daraus wurde immer mehr. Von Efrizweiler aus, wo er aktuell 22 Beschäftigte hat, liefert er seit 2005 in den gesamten Bodenseekreis und bis zu 300 Kilometer im Umkreis. Insgesamt hat er mehr als 50 Angestellte. Deutschlandweit nutzt er für den Transport Speditionen. 1000 bis 2000 Kilogramm Eis produziert er täglich in der Hauptsaison. Er verkauft nicht nur Eis, sondern auch fast alles, was zur Herstellung dazu gehört. Weitere Filialen hat er inzwischen in Tettnang, Meersburg, Grafenau, im Europa-Park sowie im Frei- und Seebad Fischbach. Seine Eiswagen sind auf vielen Festen in der Region unterwegs.
  • Seine Manufaktur in Efrizweiler sei inzwischen zu klein, deshalb sei er auf der Suche nach einem neuen Standort, berichtet Conte. Aus Efrizweiler weggehen wolle er nicht, denn der heutige Standort sei Teil seiner Marke.