Als um die Jahrtausendwende der Plan reifte, die Messe vom nördlichen Stadtgebiet auf die grüne Wiese bei Allmannsweiler umzusiedeln, gab es nicht wenige Zweifler. Rentiert sich das? Braucht man so etwas wie eine Messe in 20 Jahren noch, wo doch bald alles im Internet stattfindet? Warum sollen sich dann noch Menschen in ein Flugzeug oder ein Auto setzen und an den Bodensee reisen. Geschäfte macht man per Mausklick. Dachte man. Neben der Sinn- stellte sich auch die Finanzfrage: 200 Millionen Euro für den Bau der Neuen Messe waren und sind eine Stange Geld. Man ging das Wagnis ein. Und wie in diesen Tagen aussieht, zahlt sich die Risikobereitschaft aus. Nach dem Rekordjahr 2014 liegt der Umsatz 2015 fast wieder auf demselben Niveau. Über 10 Millionen Miete zahlt die Betriebs- an die Besitzgesellschaft dieses Jahr. Man verdient Geld und kann in neue Kühltechnik investieren. "Wegen der Messe muss in Friedrichshafen niemand auf etwas verzichten", sagt Oberbürgermeister auf Aufsichtsratchef Andreas Brand nicht ohne Stolz. Zu Recht. Was viele auch nicht auf dem Schirm haben: Die Messe generiert jede Menge Umsatz außerhalb der Hallen: 230 000 Übernachtungen gehen auf das Konto von Messebesuchern, insgesamt wird die Kaufkraft, die in die Region um Friedrichshafen fließt, auf 150 Millionen Euro geschätzt – jährlich. Damit ist die Messe ein Motor für die Bodenseeregion. So wie die vergangenen beiden Jahre kann es gerne weitergehen.