Nach dem Ausverkauf ist es im Bahnhof Fischbach wieder ruhig geworden. Der Kulturbetrieb läuft mit seinen Kabarett- und Comedyveranstaltungen weiter, einmal im Monat gibt es eine Ü-30-Party, Restaurant und Biergarten aber stehen seit vier Jahren leer. Beinahe mantraartig erklärt die Stadt jedes Jahr erneut, man sei kurz vor Vertragsabschluss mit einem neuen Pächter für die Gastronomie. Doch seitdem auch noch die letzten Barhocker und Kerzenleuchter aus dem Bahnhof verscherbelt wurden, glaubt kaum ein Fischbacher mehr daran. Etliche erfahrene Gastronomen – darunter die zwei größten Fischbacher Hotel- und Wirtsfamilien – hatten Interesse am Bahnhof. Zu einem Pachtvertrag kam es in all den Jahren nie.

Es scheint, als wüsste die Stadtverwaltung auch heute nicht, was genau im Bahnhof Fischbach eigentlich passieren soll. Kneipe, Kultur und Party inmitten der Neuen Mitte? Konflikte scheinen vorprogrammiert. Ein neuer Pächter muss aber wirtschaften – und das Geld verdient man eben nicht mit Latte-Macchiato-trinkenden Mamis, sondern mit knallhart kalkulierten Großevents, die auch mal bis tief in die Nacht dauern. Es sei denn, die Stadt subventioniert den Gastrobetrieb – und zwar ordentlich. Doch dazu scheint sie allem Anschein nach wenig bereit zu sein. Die Folge: Der Bahnhof Fischbach stirbt einen langsamen Tod.

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