Mit dem Titel des Erstlingswerks des britischen Dramatikers John Osborne "Blick zurück im Zorn" begann Ortsvorsteher Michael Nachbaur seine Rede beim Neujahrsempfang in Kluftern. Der Zorn beziehe sich allerdings nicht auf die Ortschaft, sondern auf die vielen Krisen in der Welt und Europa, die oft durch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und die Auseinandersetzungen um den Kurs der EU befördert würden, sagte er. Die Ortschaft könne allerdings positive Bilanz ziehen, was vor allem dem Einsatz und Miteinander der Mitbürger zu verdanken sei. Beispielhaft dafür waren die Ehrungen von Hans Peter Erhard und Franz Wurst, die mit dem Ehrenbrief der Stadt Friedrichshafen ausgezeichnet wurden.

Michael Nachbaur (links) ehrt zusammen mit Bürgermeister Andreas Köster (rechts) die ehemaligen Ortschaftsräte Franz Wurst (Zweiter von links) und Hans Peter Erhard.
Michael Nachbaur (links) ehrt zusammen mit Bürgermeister Andreas Köster (rechts) die ehemaligen Ortschaftsräte Franz Wurst (Zweiter von links) und Hans Peter Erhard. | Bild: Wex, Georg

Planungen für neue Kinderbetreuungsplätze laufen

Positiv sieht Nachbaur auch den kommenden Aufgaben entgegen. "Ganz oben auf der Tagesordnung steht bei uns nach wie vor die Kinderbetreuung", sagte er. Neue Kindergartenplätze seien bereits geschaffen worden. "Seit September 2018 betreiben die Johanniter einen Waldkindergarten mit zwei Betreuungsformen", berichtete der Ortsvorsteher. 20 Plätze für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt ständen zur Verfügung, plus acht Plätze für Zwei- bis Dreijährige. Hier gebe es noch freie Plätze.

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Im Kindergarten Kluftern wurde in modularer Bauweise eine Gruppe für 25 Kinder eingerichtet. Einzug war Anfang Dezember. Am 1. Februar soll offiziell die Einweihung gefeiert werden. Weiter vorbereitet werde die Einrichtung eines neuen Kindergartens mit drei Gruppen im Baugebiet "Lachenäcker". Vor 2023 werde dies allerdings nicht möglich sein. Im Kindergarten Efrizweiler sei eine neue Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten in Planung. Bisher seien allerdings noch nicht genug Kinder angemeldet, sodass es eventuell eine Mischgruppe im neuen Kindergartenjahr geben könnte, erläuterte Nachbaur.

Zum letzten Mal dirigiert Gerhard Hartwig die Kapelle des Musikvereins beim Neujahrsempfang. Seit 1993 hält er den Dirigentenstab in Kluftern in der Hand, zum Frühjahrskonzert gibt er sein Amt ab.
Zum letzten Mal dirigiert Gerhard Hartwig die Kapelle des Musikvereins beim Neujahrsempfang. Seit 1993 hält er den Dirigentenstab in Kluftern in der Hand, zum Frühjahrskonzert gibt er sein Amt ab. | Bild: Wex, Georg

Erweiterung Ost des Baugebiets "Lachenäcker" steht auf der Agenda

Nach wie vor bestehe eine große Nachfrage nach Wohnraum. In diesem Jahre hoffe man, mit den Planungen für das Baugebiet "Lachenäcker", Erweiterung Ost, weiter zu kommen, so der Ortsvorsteher. Im vergangenen Jahr seien einige Fragen mit Fachbehörden und Grundstückseigentümern geklärt worden. Falls alles glatt laufe, könne der Entwurfsbeschluss für den Bebauungsplan im März und der Satzungsbeschluss eventuell Ende des Jahres gefasst werden. "Leider nicht vorwärtsgekommen ist die Bebauung des Traube-Areals", bedauerte Nachbaur. Nachdem an einem runden Tisch ein Kompromiss gefunden worden sei, gebe es jetzt Probleme mit dem Landesdenkmalamt. "Es wird nun die Frage sein, ob sich die städtische Wohnbaugesellschaft dies so gefallen lässt und nochmals umplant, oder ob der Rechtsweg gegen diese Ablehnung eingeschlagen wird." Zum Thema Grillhütte ermittle die Stadt noch die Kosten, bevor eine Entscheidung falle.

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Thema Verkehr soll auf regionale Ebene gehoben werden

Im Bereich Verkehr, öffentlicher Personennahverkehr und Umwelt sei man sich mit der Stadt Markdorf einig, das Thema von der lokalen auf die regionale Ebene, in den Zuständigkeitsbereich des Landratsamts, zu bringen, um besser agieren zu können.

Bürgermeister und Ortsvorsteher fordern Bürger auf, zur Wahl zu gehen

Michael Nachbaur und Bürgermeister Andreas Köster forderten die Bürger im Rahmen der Veranstaltung auch nachdrücklich dazu auf, an der Kommunalwahl im Mai teilzunehmen. Köster wies darauf hin, dass es der Demokratie zu verdanken sei, dass die Bürger in Deutschland seit Jahrzehnten in Frieden lebten und nicht Diktatoren das Sagen hätten. Er fügte hinzu: "Früher hätte ich gesagt, gehen Sie wählen, egal welche Partei. Früher. Mehr sag ich nicht."

Ehrenbriefe für Hans Peter Erhard und Franz Wurst

"Menschen wie Sie braucht Kluftern und unsere Stadt", sagte Bürgermeister Andreas Köster zu den ehemaligen Ortschaftsräten Hans Peter Erhard und Franz Wurst. Er überreichte ihnen beim Neujahrsempfang die Ehrenbriefe der Stadt Friedrichshafen. Beide waren jeweils rund 30 Jahre lang im Ortschaftsrat. "Das war nicht immer vergnügungssteuerpflichtig. So etwas macht man, weil man die Geschicke des Ortes mitgestalten will. Weil es einem nicht egal ist, was vor der eigenen Haustüre passiert", so Köster.

  • Hans Peter Erhard war von 1989 bis 2017 als Mitglied der Freien Wähler in dem Gremium. Erhard setzte sich politisch vor allem für die Vereine in Kluftern ein. Köster lobte ihn als einen, der viel dazu beigetragen habe, in Kluftern eine konstruktive Politik zu betreiben. Privat engagiert sich Erhard im Musikverein Kluftern. Er war stellvertretender Vorsitzender und 22 Jahre lang, bis 1997, Vorsitzender des Vereins. Heute ist er Vorsitzender des Fördervereins für den Musikverein.
  • Franz Wurst war von 1984 bis 2014 als Mitglied der CDU im Ortschaftsrat. Sein Fachwissen war vor allem bei Bauangelegenheiten gefragt. Ebenso engagierte er sich für die Interessen der Landwirtschaft und der Vereine. Auch er ist Mitglied im Musikverein und war dort 16 Jahre lang stellvertretender Vorsitzender. Darüber hinaus war er Zunftrat bei der Narrenzunft Kluftern und zehn Jahre langVorsitzender des CDU-Ortsverbands Kluftern. (wex)