Um den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu decken, sollen ab Herbst an den Kindergärten Kluftern und Efrizweiler Container aufgestellt werden. Im Kindergarten St. Maria Ettenkirch soll eine weitere Gruppe hinzukommen. Das schlägt die Verwaltung im neuen Kindergartenbedarfsplan vor, der am kommenden Montag im Finanz- und Verwaltungsausschuss öffentlich vorberaten wird. Alle vorhandenen Platzkapazitäten will man 2017/2018 ausschöpfen und wie im laufenden Jahr an die Höchstgruppengrenzen gehen, was 105 zusätzliche Plätze bringt. Es sollen weiterhin keine auswärtigen Kinder in Häfler Einrichtungen aufgenommen werden.

Vor allem bei der Betreuung von unter Dreijährigen, bei der Ganztagesbetreuung und bei Kindergärtenplätzen mit verlängerten Öffnungszeiten gibt es Lücken. Die Versorgungsquote (sie beschreibt die vorhandenen Plätze im Verhältnis zur Gesamtzahl der Kinder in der Stadt) liegt je nach Angebotsform zwischen 30 und 47 Prozent. In diesen Bereichen sollen weitere Plätze geschaffen werden. Im Bau befinden sich das Kinderhaus im Riedlepark und das Bildungshaus Berg. Kurzfristig geplant sind die Erweiterung der Kindertagesstätte WiKi im Competence Center sowie die Einrichtung einer zunächst temporären Kita in der Stadtmitte im Vorgriff auf den Bau im Karl-Olga-Park.

Die Betreuungskapazitäten im Klufterner Bildungshaus reichen nicht aus. Deshalb sollen in Kluftern und auch in Efrizweiler auch Container aufgestellt werden.
Die Betreuungskapazitäten im Klufterner Bildungshaus reichen nicht aus. Deshalb sollen in Kluftern und auch in Efrizweiler auch Container aufgestellt werden. | Bild: Sabine Wienrich

Besonders knapp wird es seit einigen Jahren im Häfler Westen, wo in Fischbach, Erfrizweiler und Kluftern bereits etliche Neubaugebiete (Muntenried II, Buchschach, Im Winkel) bebaut wurden und weitere (Lachenäcker II, Fischbach-Ortsmitte) in Planung sind. In Kluftern platzt der städtische Kindergarten bereits jetzt aus allen Nähten und ist komplett belegt. Hier suchen Ortsverwaltung, Elternvertreter und die Stadt nach Lösungen. Das Amt für Familien, Bildung und Sport (BFS) will jetzt die beiden städtischen Kindergärten Kluftern (mit Krippe und Ganztagsbetrieb) und Efrizweiler (Regelkindergarten) mit so genannten modularen Lösungen, also Containern, ausbauen. Eine weitere Idee ist es, einen Waldkindergarten auf Klufterner Gemarkung einzurichten. Derzeit läuft eine Elternumfrage in Fischbach, Schnetzenhausen, Efrizweiler und Kluftern. Darin sollen Eltern von Kindern bis zu sieben Jahren angeben, ob sie momentan oder mittelfristig Interesse an Plätzen in einem Waldkindergarten haben. Laut Stadtverwaltung wurden bisher – ohne Kluftern – rund 400 Schreiben versandt. Der Rücklauf hält sich mit rund 20 Prozent eher in Grenzen. Parallel gibt es Infoveranstaltungen im Waldkindergarten in Ailingen, wo sich Eltern das Konzept anschauen können. "Es gibt von rund zehn bis 15 Elternpaare Interesse, allerdings teilweise erst ab dem Kindergartenjahr 2019/2020", berichtet Stadtsprecherin Andrea Kreuzer. Ein möglicher Standort stünde noch nicht fest, mit einem Ergebnis sei erst Mitte Mai zu rechnen.

Mittel- und langfristig denkt die Verwaltung neben der geplanten Kita im Karl-Olga-Park über weitere Kitas in der Grundschule Fischbach und auf dem heutigen Werftgelände nach. Auch Erweiterungen der Kita Sonnenschein in Ailingen und des Naturkindergartens "Zum guten Hirten" sind denkbar.

Um die personelle Situation an den Kitas zu verbessern, schlägt die Verwaltung vor, dass künftig alle Einrichtungen eine FSJ-Kraft (Freiwilliges Soziales Jahr) beschäftigen können, bislang war das nur in größeren Kitas möglich. Um mehr Anreize zu schaffen, sollen Praktika immer vergütet werden – das war bislang nicht immer der Fall. Und schließlich ist ein Krankheitsvertretungsbudget in Höhe von rund 4,3 Personalstellen geplant, das auf die Träger verteilt wird und über das sie eigenverantwortlich verfügen können.

So sieht es nach Angaben der Stadtverwaltung mit den Betreuungsplätzen in den einzelnen Bezirken aus:

 

Öffentliche Beratungen

Die Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen in Friedrichshafen wird in verschiedenen Gremien Thema sein. Öffentlich vorberaten wird der Kindergartenbedarfsplan am 8. Mai im Finanz- und Verwaltungsausschuss, am 10. Mai jeweils im Kultur- und Sozialausschuss sowie in den Ortschaftsräten Ailingen, Ettenkirch und Raderach und am 11. Mai im Ortschaftsrat Kluftern. Beschlossen werden soll der Kindergartenbedarfsplan 2017/18 am 22. Mai im Gemeinderat. (asa)