Der erste Impuls zu den Zerstörungen an der Grillhütte in Kluftern ist es, zu sagen: Vandalismus darf man nicht nachgeben. So äußerten sich auch die Ortschaftsräte Walter Zacke und Beatrix Popp vor Ort. Aber ist diese Haltung realistisch?

Der Grillplatz liegt relativ abgelegen und praktisch unbeleuchtet am Rand eines Waldes. Es dauert erst einmal eine Weile, bis überhaupt jemand genau merkt, was dort vor sich geht. Die Polizei kann die regelmäßige Überwachung am Wochenende aufgrund der knappen Personallage nicht leisten. Wenn sie es täte, würden die Beamten an anderer Stelle wieder fehlen. Selbst wenn eine randalierende Gruppe gestellt und bestraft würde, käme über kurz oder lang vermutlich bald die nächste. Es war über die Jahre nicht das erste Mal, dass die Hütte mutwillig beschädigt wurde. Sie brannte auch schon 2010 und 2014.

Ist es der Öffentlichkeit zumutbar, immer wieder Tausende von Euro in Reparaturen und Reinigungen durch den Bauhof oder sogar Wachdienste zu stecken? Ist es vertretbar, das ehrenamtliche Engagement immer wieder verpuffen zu lassen? Ist es verantwortbar, dass sich Freiwillige in die Gefahr körperlicher Auseinandersetzungen begeben? Nein. Abgesehen davon besteht ja auch das Risiko, dass irgendwann das Feuer nicht nur an der Grillhütte lodert, sondern auch der Wald in Flammen steht.

Natürlich ist es kein gutes Zeichen, wie weit hier offensichtlich gesellschaftliche Werte auseinandergehen und aus einem ehrenamtlichen Vorzeigeprojekt eine Belastung für die Gemeinde wird. "Es tut weh", wie Ex-Ortschaftsrat Franz Wurst formulierte. Es ist vernünftig zu sagen, dass der Grillplatz in Kluftern an dieser Stelle keine Zukunft hat.

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