Der neue Kreisverkehr an der Bundesstraße 31 bei Schnetzenhausen sorgt für Gesprächsstoff. SÜDKURIER-Leser Adalbert Kühnle sorgt sich angesichts der Bauweise um die Reifen und Felgen seines Autos. Grund dafür sind die Randsteine, die den Kreisverkehr außen begrenzen. "Sie stehen senkrecht hoch und haben eine scharfe Kante", beschreibt Kühnle. Dadurch könne jeder Kontakt aufgeschlitzte Autoreifen und beschädigte Felgen zur Folge haben.

Kante dient dem Schutz von Fußgängern

Warum wurden die Randsteine an der äußeren Einfassung nicht leicht abgeschrägt verbaut? Auf diese Frage kann Lutz Günther von der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) eine Antwort geben. Der sogenannte Hochbord sei Bestandteil der Planung, erklärt er. "Er dient dem Schutz der Fußgänger, da somit ein Abkommen der Fahrzeuge auf den Gehweg erschwert wird." Der Schutz von Fußgängern ist auch Kühnle wichtig. "Es gibt Alternativen, die ein Abkommen der Autos ebenfalls verhindern, aber weniger Schäden an den Reifen verursachen", meint er allerdings.

Äußere Begrenzung ist nicht klar geregelt

Der Bau von Kreisverkehren ist in der "Richtlinie für die Anlage von Straßen, Teil Knotenpunkte" geregelt, wie Holger Bach, Leiter der Abteilung Verkehr und Umwelt beim Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) Württemberg erklärt. "Die Vorschrift besagt, dass Kreisverkehre auch für den Schwerverkehr befahrbar sein müssen", so Bach. Deshalb sei vorgegeben, dass die Mittelinsel und die sogenannten Fahrbahnteiler an allen Ein- und Ausfahrten mit Schrägborden ausgestattet sein müssen. "Die äußere Begrenzung ist nicht geregelt, wird aber zur Abgrenzung der Fahrbahn zu Fuß- und Radwegen mit normalen Bordsteinen gestaltet, innerhalb der Ortschaften ist das der Standardfall", so der Experte.

Eine Gefahr für Autoreifen und Felgen sieht Bach in den Randsteinen nicht. Schäden am Fahrzeug seien nicht zu erwarten, "da die Fahrstreifen an Ein- und Ausfahrten eine ausreichende Breite haben und der Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit anzupassen hat, damit er sein Fahrzeug auch im Kreisverkehr ständig sicher bewegt."