Eigentlich könnte sich Jürgen Holeksa entspannt zurücklehnen. Zwei Jahrzehnte lang war er als Top-Manager in großen Industrieunternehmen unterwegs, bis Ende September 2018 als Personalvorstand bei ZF Friedrichshafen. „Als Vorstand hätte ich das zeitlich natürlich mit dem Gemeinderatsmandat nicht geschafft“, sagt er. Heute hat Holeksa die nötige Zeit für das politische Ehrenamt. Zwei Tage die Woche berät der gebürtige Niederheiner freiberuflich aus dem Home-Office ein Dax-Unternehmen und einen Mittelständler in Sachen Strategien. Die restlichen Tage verbringt er mit seiner Familie, die aus Frau Sabine und den drei Töchtern (16, 14 und elf Jahre) besteht: „Für uns war klar: Wir haben hier eine Heimat gefunden und wollen bleiben.“ Eine Heimat, in der vieles gut – und vieles verbesserbar sei.

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Der Manager Holeksa und der Musiker Philipp Fuhrmann – man kennt sich aus der Nachbarschaft, man mag sich, man ist auf einer Linie. Auch wenn der eine sich als eher „wertegeleitet“ (Holeksa) bezeichnet und der andere sich „linksliberal“ (Fuhrmann) nennt. „Wir sind allein thematisch getrieben und nicht politisch“, erklärt Holeksa, „das ist auch das Spannende am Netzwerk.“ Mit über 4100 Stimmen zieht der 53-Jährige in den Rat ein. Als Fraktionssprecher wird er sich den Themen Finanzen und Wirtschaft widmen und im Finanz- und Verwaltungsausschuss sein.

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Belebung der Innenstadt, Stärkung des Einzelhandels, verbesserte Aufenthaltsqualität, Reduzierung von Leerstand, bessere Erreichbarkeit – all das sind Ziele, die Holeksa in den nächsten fünf Jahren erreichen will – mit Tempo. „Wir werden uns ganz genau anschauen, wie lange es dauert, bis ein Antrag auf die Tagesordnung gesetzt wird“, sagt er. Nach seinem Empfinden dauere das in dieser Stadt bisher viel zu lange.

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Spannend wird es bei Holeksa vor allem dann, wenn es ums Thema ZF geht. „ZF hat sich seit dem Zeitpunkt der Stiftungsgründung in Riesenschritten zu einem mehr als systemrelevanten Unternehmen für die Automobilbranche entwickelt“, sagt er. Nach über 100 Jahren wäre es doch an der Zeit genau zu analysieren, ob die aktuelle Struktur aus Aufsichtsrat und Stiftungsrat noch so passe. „Man kann sich ja anschauen, wie Stiftungen, wie Bosch, Zeiss oder Mahle das mit ihren Stiftungsunternehmen machen“, sagt Holeksa, „erfolgreich sind die, die operatives Geschäft und vermögendhaltende Stiftung beispielsweise durch eine Industrietreuhand trennen.“