Kondom-Verwendung von alleinlebenden 16- bis 45-Jährigen

In dieser Gruppe kommen nach BZgA-Angaben Partnerwechsel und spontane Sexualkontakte mit Unbekannten häufiger vor als im Rest der Allgemeinbevölkerung. In den ersten zehn Jahren des Beobachtungszeitraums – von 1988 bis 1997 – stieg der Anteil derer, die zumindest gelegentlich Kondome nutzten, von 58 Prozent im Jahr 1988 auf 73 Prozent im Jahr 1997 an. Bis 2004 ging die Kondomnutzung in dieser Teilgruppe zunächst etwas zurück und stagnierte dann. Seit 2004 ist der Anteil derer, die mindestens gelegentlich Kondome nutzen, von 69 Prozent auf 80 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 angestiegen. Insbesondere die regelmäßige Kondomnutzung (immer oder häufig) nahm seit 2004 deutlich weiter zu: von 49 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2013, dem höchsten Stand im gesamten Beobachtungszeitraum. Sie liegt im Jahr 2014 bei 64 Prozent. Im Jahr 2011 gaben 19 Prozent der alleinlebenden 16- bis 45-Jährigen an, in der letzten Zeit beim Geschlechtsverkehr nie Kondome verwendet zu haben. Dieser Wert ist ebenfalls seit 2004 stark gesunken. Dennoch deute er darauf hin, dass es zumindest in Teilen dieser Gruppe weiterhin potenziell riskantes Sexualverhalten gibt.

Kondom-Verwendung am Beginn neuer Beziehungen

Von den 16- bis 44-Jährigen, die in den letzten 12 Monaten eine neue sexuelle Partnerschaft begonnen haben, gaben 63 Prozent der Männer und 69 Prozent der Frauen im Jahr 1994 an, sie hätten zu Beginn der letzten neuen sexuellen Beziehung Kondome verwendet. Bis zum Jahr 2000 stiegen diese Anteile auf 81 Prozent bei den Frauen und auf 79 Prozent bei den Männern. Im Zeitraum von 2000 bis 2004 zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Kondomnutzung am Beginn neuer Beziehungen. Seitdem ist das Schutzverhalten bei den Befragten mit neuen Beziehungen bis 2010 wieder angestiegen: auf 89 Prozent bei den Frauen und 85 Prozent bei den Männern. Bei den Männern liegt der Kondomgebrauch am Beginn neuer Beziehungen 2014bei 84 Prozent. Bei den Frauen zeigte sich 2011 erstmals seit 2003 wieder ein Rückgang. Der Wert ging von 89 Prozent auf 83 Prozent zurück. 2014 liegt er wieder bei 86 Prozent.

Kondom-Verwendung bei spontanen Sexualkontakten

In der Befragung für das Jahr 2014 sagten 65 Prozent der 16- bis 65-Jährigen, die in den letzten zwölf Monaten spontane Sexualkontakte mit unbekannten Partnern oder Partnerinnen hatten, dass sie bei diesen Kontakten immer Kondome verwendet haben. Dieser Wert unterliegt einigen Schwankungen, die nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vor allem auf die geringe Zahl Befragter über 44 Jahren mit spontanen Sexualkontakten zurückzuführen sind. Deutlich werde aber, dass das Schutzverhalten in dieser Gruppe seit 1988 deutlich angestiegen ist. Die meisten spontanen Sexualkontakte finden in der Gruppe der 16- bis 44-Jährigen statt, sodass diese Gruppe separat betrachtet wurde. Es zeigte sich, dass die Anteile derjenigen, die sich bei spontanen Sexualkontakten immer schützen, seit 1988 etwas über dem Anteil der Gesamtgruppe der 16- bis 65-Jährigen lagen; dass heißt, die Jüngeren schützen sich etwas konsequenter. 2014 verwenden 71 Prozent der 16- bis 44-Jährigen bei spontanen Sexualkontakten immer Kondome.