Friedrichshafen – Allmannsweiler wird sein Gesicht verändern: Die Städtische Wohnungsbau-Gesellschaft (SWG) wird das Quartier im Südosten umkrempeln. Gestern wurden dazu die Grundlagen gelegt: Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat das städtebauliche Konzept zustimmend zur Kenntnis genommen und den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans "Allmannsweiler Südost" gefasst. Der Gemeinderat wird am 27. Juni die Sache endgültig beschließen. Etliche Anwohner, darunter der Vorsitzende des Allmannsweiler Bürgerforums Georg Behrendt sowie sein Vize Udo Priam, verfolgten gestern die Sitzung. Was sie sahen und hörten, war für sie keine Überraschung, denn dank des Workshop-Verfahrens waren sie und die Bewohner in die Planungen eingebunden. Das ist am Ende herausgekommen: Aus zwei von einer Jury gekürten Siegerentwürfen wurden die besten Ideen in ein weiterführendes Konzept überführt. Anstelle der maroden vier Gebäuden sollen dort und auf bisherigen Grünflächen zwölf Neubauten entstehen mit 120 Wohnungen. Dort werden auch Menschen unterkommen, die sich normale Mieten nicht leisten können. Die Häuser sind drei- und zweistöckig konzipiert. In fünf Bauabschnitten soll das Vorhaben realisiert werden. Frühestens 2018 soll es losgehen. Wenn die ersten zwei Gebäude stehen, werden die ersten Bewohner dorthin umziehen, dann werden die anderen Häuser abgerissen. Auch das Sozialbüro Brennnessel wird eine neue Bleibe finden.

Parallel zur Neubebauung soll auch ein Sozialkonzept erstellt werden. Sprecher aller Fraktionen lobten den Workshop-Prozess und das Ergebnis. Regine Ankermann (Grüne) will möglichst wenig Verkehr im Quartier haben und wünscht sich eine entsprechende Anordnung der Tiefgaragenzufahrten. Ihren Vorschlag, zwei Baustraßen einzurichten, sieht Baubürgermeister Stefan Köhler kritisch. Das sei teurer als nur eine Baustraße und sorge am Ende auch für mehr Belästigung der Anwohner. Köhler favorisiert will die Bauzufahrt über die Messestraße im Nordosten. Heinz Tautkus (SPD) wertet das Verfahren und den städtebaulichen Entwurf für "stilprägend und richtungsweisend", wenngleich er die beiden Gebäude längs der Messestraße ungern in einer Linie stehen sieht. Etwas versetzt wär's ihm lieber. Klaus Sauter, Chef des Stadtplanungsamt, konterte: "Manchem Entwurf tut ein Rückgrat gut." Auch Köhler hat kein Problem mit dem geraden Baufenster.

Chronologie27. Juli 2015: Gemeinderat beschließt Workshopverfahren für eine städtebauliche Neuordnung im Kreuzungsbereich Eintrachstraße, Wittenwiesenstraße und Neulandstraße23. September 2015: Auftaktgespräch mit den teilnehmenden Büros mit Erläuterung der im Vorfeld des Workshop-Verfahrens unter Beteiligung der betreffenden Ämter sowie der Vorsitzenden des Allmannsweiler Forums erarbeiteten Aufgabenstellung.24. November 2015: Öffentlicher Planungsworkshop in der Messe Friedrichshafen13. Januar 2016: Fristgerechte Abgabe aller Wettbewerbsbeiträge22. Januar 2015: Erste Sitzung des Preisgerichtes, zwei Siegerentwürfe werden gekürt. 6. April 2016: Zweite Sitzung des Preisgerichtes. Preisgericht empfiehlt, auf Grundlage des weiterführenden Konzeptes einen Bebauungsplan aufzustellen.