Was bewegt die Besucher am Stand des Frühstücksbusses vor dem Stadtbahnhof? Bei heißem Kaffee und Backwaren wird hier über den anstehenden Winter und seine eisigen Temperaturen gesprochen.

Ein Wohnungsloser verrät Lena Reiner, eine von drei Vorsitzenden des veranstaltenden Vereins Frühlingserwachen, dass er Arbeit in der Schweiz sucht. Das sei schwierig. Für den Winter ist er auf der Suche nach einer Lösung für sein Wohnungsproblem. "Die Menschen erzählen uns offen und direkt Geschichten aus ihrem Leben", sagt Reiner. Billy Contreras, ebenfalls Vorsitzender, stimmt ihr zu: "Die Gespräche sind sehr vertraut und vielfältig."

Raum für Gespräche bieten

Beim Frühstücksbus am Montagvormittag gegen 10 Uhr schaut so mancher Besucher vorbei – die Butterbrezeln sind schnell vergriffen. Bis einschließlich Samstag macht das Format an verschiedenen Orten der Stadt Station, um Menschen einen Raum für Gespräche zu bieten. Das Team um Lena Reiner und Billy Contreras traf sich am Montag um 6.30 Uhr zum Aufbau am Stadtbahnhof. Seit 7 Uhr ist der Stand hier für vier Stunden geöffnet.

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Gerade unterhalten sich Lena Reiner und Billy Contreras mit Detlef Luf. Er ist Leiter der Friedrichshafener Bahnhofsmission und unterstützt den Frühstücksbus. "Hier findet jeder Mensch Beachtung und kann offene Dialoge führen", lobt Luf das Projekt. Ein konkretes Beispiel liefert Lena Reiner: In einem Gespräch am frühen Morgen erzählt ein Obdachloser, dass eine Tasse Kaffee im Bahnhofsgebäude 1,50 Euro kostet – genauso viel wie eine Waschladung im Waschsalon. Durch den kostenlosen Kaffee, den es im Frühstücksbus gibt, könne er sich mit dem gesparten Geld die Kleidung waschen.

Was motiviert die Veranstalter?

Projekte wie der Frühstücksbus bringen Menschen zusammen. Auch zukünftig soll das Format in der Stadt unterwegs sein. Manche, sagt Lena Reiner, schauen sogar bei allen Stationen auf heißen Kaffee und Backwaren vorbei. Das sei Antrieb, Motivation und freut die Veranstalter.

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