Vieles spricht dafür, dass Friedrich Herzog von Württemberg am Mittwoch auf der Rückfahrt vom Besuch auf Schloss Altshausen war, als der Unfall passierte, der seinem Leben ein Ende setzte. Der geschah auf der Strecke zwischen Ebenweiler und Fronhofen, keine sieben Kilometer von Altshausen entfernt, auf einer recht kurvigen, aber landschaftlich reizvollen Kreisstraße im Oberschwäbsichen. Als er gegen 15.40 Uhr den vor ihm fahrenden Traktor samt Anhänger überholen wollte, muss er das heran nahende Auto im Gegenverkehr übersehen haben. Er prallte frontal mit dem Fahrzeug zusammen. In in dem saßen der 30-jährige Fahrer und zwei weitere Personen, die leicht verletzt und im Krankenhaus behandelt wurden.

Für Herzog Friedrich hingegen kam jede Hilfe des Notarztes zu spät. "Der 56-Jährige zog sich schwere Verletzungen zu und verstarb noch an der Unfallstelle", teilte die Polizei gegen 18 Uhr mit. Zu diesem Zeitpunkt war die Straße immer noch voll gesperrt. Etwa eine Stunde später informierte das Haus Württemberg darüber, dass es sich bei dem Toten um den Erben der Familie handelt. 

Besonders tragisch ist, dass Friedrich von Württemberg in einem modernen Fahrzeug vermutlich bessere Überlebenschancen gehabt hätte. Beim Unfall saß er in einem Porsche-Oldtimer, der aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mit Bremsassistenten oder Airbags ausgestattet ist. So erklären sich möglicherweise die schweren Verletzungen, denen er erlegen ist.

Historische Autos waren ein Faible des Herzogs ähnlich wie Weinanbau oder die Jagd. Zwei, drei Leidenschaften, die sich Friedrich von Württemberg neben seinem vielfältigen Engagement für die Gesellschaft erlaubte. So war er Mitglied beim Württembergischen Automobilclub, der bereits 1898 von den Autopionieren Daimler, Maybach und Bosch gegründet wurde. König Wilhelm II. von Württemberg persönlich übernahm damals das Protektorat. Friedrich von Württemberg förderte den Club zu seinen Lebzeiten.