Ein Schneesturm ist über eine Stadt hinweggefegt. Überall türmt sich Schnee, Autos liegen auf der Straße, Glatteis macht das Fortbewegen gefährlich – die Stadt ist auf die Situation nicht vorbereitet und ruft die „Climate Squad“ zu Hilfe. So sieht eine der Aufgaben für die World Robot Olympiad (WRO) 2020 aus. Die Stadt wird auf einer Matte aufgebaut: Die Teilnehmer sollen aus Legoteilen Roboter bauen und sie so programmieren, dass sie Schnee räumen, Autos bergen und Streugut auf den Straßen verteilen.

Eine Kiste Lego bekommt jedes Teilnehmerteam zum Basteln und Programmieren.
Eine Kiste Lego bekommt jedes Teilnehmerteam zum Basteln und Programmieren. | Bild: Corinna Raupach

Schülerforschungszentrum schickt fünf Teams in den Wettbewerb

Fünf Teams haben sich über das Schülerforschungszentrum Friedrichshafen zur WRO angemeldet. Donnerstags treffen sich die 13- bis 15-Jährigen nachmittags, um an ihren Ideen weiterzuarbeiten. Einige sitzen im Flur auf dem Boden und bauen mit Legosteinen, andere recherchieren am Computer. Die Stadt auf der Matte hat vier Straßen in vier Farben, auf denen die Roboter unterschiedliche Aufgabe erledigen.

Timo Steuer und Paul Matthäus recherchieren zu den Wettbewerbsbedingungen.
Timo Steuer und Paul Matthäus recherchieren zu den Wettbewerbsbedingungen. | Bild: Corinna Raupach

Timo: „Roboter muss mit Überraschungsaufgaben rechnen“

„Dafür muss der Roboter den binären Code lesen lernen, das ist das schwierigste“, sagt Jonas. „Und er muss mit Überraschungsaufgaben rechnen, mit zufällig hingestreuten Hindernissen zum Beispiel“, sagt Timo. „Wir müssen die Roboter vor Ort zusammenbauen, das müssen wir vorher üben“, sagt Paul.

Coach Burkhard Mau hat an seiner Schule in Kressbronn Roboter-Challenge ins Leben gerufen

Als Coach ist Burkhard Mau dabei, Lehrer am Bildungszentrum Kressbronn und Leiter der Robotik-Arbeitsgemeinschaft. Er hat vorher schon an seiner Schule eine Roboter-Challenge ins Leben gerufen, um Schüler für das Thema zu begeistern. „Diejenigen, die mehr und komplexere Aufgaben angehen wollen, können hier mitmachen“, sagt er.

Cedric Huf und Jonas Sommer bauen erst einmal aus Legosteinen die Hindernisse.
Cedric Huf und Jonas Sommer bauen erst einmal aus Legosteinen die Hindernisse. | Bild: Corinna Raupach

Jonas: „Bei Wettkämpfen sieht man auch neue Sachen“

Die Schüler kommen gern, so wie Jonas: „Mir macht es Spaß zu programmieren und es ist schön, das mit Freunden zusammen zu machen. Wir lernen immer dazu und bei Wettkämpfen sieht man auch neue Sachen.“

Timo: „Man sieht hinterher, was man gemacht hat“

Timo ist über das Bauen mit Lego zur Arbeit am Computer gekommen. „Programmieren ist einfach logisch. Man sieht hinterher, was man gemacht hat. Dafür muss man etwas bauen, damit man sieht, ob es funktioniert. Diese Mischung gefällt mir.“

Der 16-jährige Georgi Parkov hilft den Jüngeren.
Der 16-jährige Georgi Parkov hilft den Jüngeren. | Bild: Corinna Raupach

Georgi ist für die Teilnahme zu alt, hilft aber den Jüngeren

Georgi ist schon 16 Jahre alt und kann nicht mehr in der Altersklasse antreten. Er war schon bei „Jugend forscht„ mit einem App-basierten Leitsystem erfolgreich und programmiert mit Begeisterung. Da sich in seiner Klasse niemand für Robotik interessiert, kommt er mit und hilft den Jüngeren. „Ich habe durch die Schul-Challenges viel Erfahrung im Programmieren mit Lego, das gebe ich gern weiter.“

Kathrin Hopkins und Michael Fährmann von der Wissenswerkstatt organisieren den Regionalwettbewerb in der Bodenseeregion.
Kathrin Hopkins und Michael Fährmann von der Wissenswerkstatt organisieren den Regionalwettbewerb in der Bodenseeregion. | Bild: Corinna Raupach

Wissenswerkstatt organisiert Regionalwettbewerb in Friedrichshafen

Die Organisation des Regionalwettbewerbs in Friedrichshafen übernimmt die Wissenswerkstatt (Wiwe). Sie ist ein Verein, der 2009 vom Verein Deutscher Ingenieure, der Stadt Friedrichshafen und ZF Friedrichshafen gegründet wurde. Hier werden Kurse angeboten, in denen Kinder und Jugendliche experimentieren und die Welt der Technik kennenlernen können. Der stellvertretende Geschäftsführer Michael Fährmann erklärt: „In diesem Jahr ist bei der WRO der Klimawandel das Oberthema, das Motto lautet ‚Climate Squads‘. Die Teilnehmer bekommen Aufgaben, die mit dem Klimawandel zu tun haben.“ Die Roboter müssen nach Wind- oder Schneestürmen aufräumen oder vor Hochwasser schützen.

Open Category für ganz kreative Köpfe

„Die Open Category ist für ganz kreative Jugendliche, sie haben wenig Vorgaben bei Material oder Software. Sie sollen einen Roboter bauen, der etwas gegen CO2-Produktion tut, also entweder an Transportwegen anknüpft oder Systeme entwickelt, die CO2 binden.“ Einzige Bedingung: Das Gerät muss in einen Würfel mit je zwei Metern Kantenlänge passen. Nur die Football Category hat auch in diesem Jahr nur mit Fußball zu tun, sie ist für den Regionalwettbewerb aber nicht ausgeschrieben.

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Realschule Ailingen als Gastgeber des Wettbewerbs

Gastgeber ist in diesem Jahr die Realschule Ailingen. Wiwe-Leiterin Kathrin Hopkins sagt: „Anfangs haben wir das in unseren Räumen gemacht, aber die Anmeldezahlen sind so gestiegen, dass wir mit den Schulen kooperieren.“

So sah ein Teilnehmer beim letzten Mal aus.
So sah ein Teilnehmer beim letzten Mal aus. | Bild: Corinna Raupach

Rektorin Svenia Bormuth will Schüler für Robotik begeistern

Svenia Bormuth, Rektorin der Realschule, freut sich auf den Wettkampf, der die Schule nach außen öffnet und die gute Zusammenarbeit mit der Wissenswerkstatt zeigt. „Vermutlich werden wir das gesamte erste und zweite Obergeschoss zur Verfügung stellen. Die Wettkämpfe werden in der Aula stattfinden“, sagt sie. Sie hofft, dass die WRO ihre Schüler anregt, sich mit dem Thema Robotik auseinanderzusetzen.

WRO-Teams basteln auch zu Hause weiter

Die WRO-Teams basteln auch in den Ferien weiter. Karlo hat zu Hause an seinem Roboter gebaut. „Der Greifer war schon etwas Besonderes, aber es hat hingehauen.“ Paul weiß jetzt, wie sein Roboter aussehen soll: „Ich stelle mir einen Frontlader vor, mit einer Kippfläche hinten.“ Und Timo hat eine Idee, wie es mit dem binären Code funktionieren könnte.