Beinahe hätte Danny MacAskill seinen eigenen Rekord gebrochen. Aber bei 1,25 Metern reißt er die Latte – mit dem Fahrrad. Er setzt mit seinem Rad auf einen Bus, balanciert über Metallpfeiler und schlägt Saltos über einen Riesenball. Seine Kollegen Duncan Shaw und Fabian Widmer lassen ihre Räder in der Luft kreisen und und wagen akrobatische Sprünge. Die "Drop and Roll Show" eröffnet die Festival Days der Eurobike.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte öffnet die Eurobike gleich an zwei Tagen ihre Türen für Besucher. In Workshops können schon Jugendliche das Mountainbike-Fahren in der Dirt-Area üben. Vorträge klären Eltern über den Sinn der Helmpflicht und den richtigen Fahrradkauf fürs Kind auf. In der Bike-Kitchen können passionierte Radler Tipps für die Selbsthilfe abholen und schon mal üben. Schon die Kleinsten können in einer Kreativwerkstatt Armbänder und Schlüsselanhänger aus Radschläuchen basteln und Holzfahrräder anmalen oder bekleben. Geblieben ist die Möglichkeit, das eigene Rad der Zukunft auszuprobieren, das neue Outfit bei der Modenschau zu bewundern und über atemberaubende Stunts in der Dirt-Arena zu staunen.


Neu ist bei der Eurobike eine Women's-Area, mit Kaffee, Glücksrad, Do-it-yourself-Anleitungen und Führungen. "Endlich", sagt Madeleine Mahovsky, die als Wienerin in Luxemburg lebt und Mountainbike fährt. "Beim High-End-Bereich hören die Damensachen weit unter dem Männerangebot auf. Ich fahre mit Männern, da will ich nicht schon beim Material unterlegen sein."

Knapp 20 Frauen nutzen die Chance des Rundgangs "Women's specials". Erste Station ist der Stand von "Liv". "Wir sind die bisher einzige Marke, die konsequent Räder für Frauen baut," sagt Managerin Ludi Scholz. Schon die Rahmen sind anders: "Frauen haben meistens längere Beine im Vergleich zum Oberkörper, das erfordert eine andere Sitzposition", erklärt sie. Besonders stolz ist sie auf "Hail Advanced 1", ein Mountainbike mit modernsten Komponenten. "Das Pendant für Männer gibt es bei der Mutterfirma Giant noch gar nicht."

Auch andere Unternehmen entdecken die Radlerinnen neu. Tina Kutschky ist Ingenieurin bei "Ghost" und probiert Ideen selbst im Gelände aus. Ihr Damen-Einsteigermodell fürs Trailfahren hat einen speziellen Rahmen. Für das sportliche Modell "dreamrx" hat sie sich für den Männerrahmen entschieden: "Wenn ich Rennen gefahren bin, stand ich sonst zu weit vorn, das nimmt Sicherheit."

Die Firma "Sqlab" hat sich auf Ergonomie spezialisiert. "Wenn ihr einen Sattel habt, den ihr nicht spürt, dann ist er richtig," sagt Entwickler Tibor Simai. Nicht Geschlecht, sondern Sitzposition und Beckenbreite seien entscheidend. Bei der Vermessung der Teilnehmerinnen zeigt sich, dass der klassische Sportsattel für manches Frauenbecken zu schmal ist.
 

Turnen auf dem Gymnastikball einmal anders: Danny MacAskill nutzt ihn für Fahrradsaltos. Bild: Corinna Raupach
Turnen auf dem Gymnastikball einmal anders: Danny MacAskill nutzt ihn für Fahrradsaltos. Bild: Corinna Raupach
Ein Fahrrad auf dem Laufsteg – das gibt es wohl nur bei der eurobike. Bild: Corinna Raupach
Ein Fahrrad auf dem Laufsteg – das gibt es wohl nur bei der eurobike. Bild: Corinna Raupach
Die riesige Auswahl an Fahrrädern fängt schon bei Kinderrädern an. Bild: Corinna Raupach
Die riesige Auswahl an Fahrrädern fängt schon bei Kinderrädern an. Bild: Corinna Raupach
High-Tech hinter Glas – die Ritzelschaltung ist noch lange nicht ausgereizt.
High-Tech hinter Glas – die Ritzelschaltung ist noch lange nicht ausgereizt.