Häfler Schalmeien-Klänge gab es am Rosenmontag in der Karneval-Hochburg Mainz. Die zur Seegockelzunft gehörenden Hupaquäler hatten sich mit den Schalmeien der Bodenseenarren auf Einladung des Mainzer Carneval Clubs (MCC) dorthin aufgemacht. Für den Auftritt haben beide Gruppen das Schalmeien-Projekt Bodensee, in Friedrichshafen auch bekannt als Schalmeien United, mit rund 55 Musikerinnen und Musikern gebildet. Musikalischer Leiter der Hupaquäler ist Marc Landsgesell, Gruppenleiter ist Jean-Claude Moyen. Die musikalische Leitung der Schalmeien der Narrenzunft Bodenseenarren aus Jettenhausen obliegt Birgit Butscher. Gruppenleiter ist Ralf Butscher.

Vom Echo der Narren auf die Auftritte der Schalmeiengruppe vom Bodensee ist Moyen restlos begeistert. Die Musiker aus Friedrichshafen waren bereits am Sonntag nach Mainz gefahren. Denn am Abend des Fasnetssonntags gibt es ein Guggenmusiktreffen in der Mainzer Altstadt. "Eine riesige Party, die sich vom Münsterplatz bis zum Höfchen über etwa einen Kilometer erstreckt", schildert Moyen. Am einen Ende gebe es eine Bühne, auf der eine Band spielt, das andere Ende münde in einen riesigen Rummelplatz. "Zu der Zeit, als wir dort ankamen, war das Fest schon im vollen Gang und die Stimmung auf dem höchsten Stand. Wir haben uns einfach irgendwo in diesem Getümmel aufgestellt und losgespielt". Nur wenige Sekunden später habe sich bereits eine Menschengruppe um die Schalmeien geschart. Die Besucher hätten mit großem Spaß der Musik zugehört, mitgesungen, geklatscht und getanzt. "Jedes Mal, wenn wir uns wieder bewegten, um uns an einem anderen Ort aufzustellen, verfolgten uns begeisterte Zuschauer und stellten voller Verwunderung tausend Fragen zu unseren Instrumenten, unserer Herkunft und unseren Kostümen und Häsern", berichtet Moyen weiter.

Bei jedem Auftritt seien noch mehr Menschen um sie herum gewesen. "Am Schluss, als wir wieder Richtung Straßenbahn gingen, die uns wieder zurück zu unserem Hotel bringen sollte, bildete sich hinter uns ein kleiner Umzug von Fans, die uns bis zur Haltestelle begleiteten. Noch in der Straßenbahn wurden wir gebeten, zu spielen. Aufgrund der sehr engen Verhältnissen ließ sich das nicht machen. Da haben wir einfach das Lied der Fischerin vom Bodensee gesungen und die ganzen anderen Passagiere haben laut mitgemacht."

Anderntags waren die Häfler Schalmeien als Gruppe im Rosenmontagszug unterwegs. "Um 11.11 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung und wir postierten uns hinter einem der drei Themenwagen des Mainzer Carneval Clubs (MCC)", schildert Moyen. Hinter den Schalmeien ging eine Majorettengruppe. Deren Aktive seien sehr dankbar gewesen, dass sie zur Schalmeienmusik tanzen konnten. "Wir sind den ganzen Umzug zwischen sehr vielen fröhlich und laut Helau jubelnden Menschen gelaufen", schildert der Hupaquäler-Chef. "Es war einfach eine phänomenale Stimmung, die uns durch die Straßen von Mainz bei super schönem Wetter bis zu unserem Umzugsende begleitete. Völlig erschöpft sind wir dort nach acht Kilometern Umzugsweg und etwa zweieinhalb Stunden andauerndem Musik spielen angekommen. Alle waren glücklich, mitgemacht zu haben und dankbar, diese unglaubliche Erfahrung, jeder für sich, mitnehmen zu dürfen," zieht Moyen eine absolut zufriedene Bilanz des Auftritts in Mainz.

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