Die Betriebe in der Region geben dem Wirtschaftsstandort Bodensee-Oberschwaben die Gesamtnote "gut" (2,1). Auch in Friedrichshafen, hier würden sogar 77 Prozent der Unternehmer ihren Wirtschaftsstandort anderen Unternehmen für die Ansiedlung empfehlen. 25 Prozent der kreisweiten Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren flächenmäßig expandiert, weitere 26 Prozent haben es in den kommenden drei Jahren vor. Das jedenfalls besagt die jüngste Zufriedenheitsumfrage der IHK.

Für die Standortbewertung wurden im vergangenen Jahr 10 153 Betriebe in der Region angeschrieben. Mit 2101 Antworten war die Resonanz laut IHK ausgesprochen gut. Die Betriebe konnten ihre Meinung zu 27 Standortfaktoren aus vier Themenbereichen abgeben. Beim Thema Infrastruktur und Verkehr räumen Friedrichshafener Firmen der Breitbandversorgung nach wie vor höchste Priorität und Zufriedenheit ein. "In der Zufriedenheit rangiert Friedrichshafen unter 41 Städten und Gemeinden sogar ganz oben", so Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, der die Umfrageergebnisse am Montagabend im Competence Park in Friedrichshafen vorgestellt hat. Höchst zufrieden sind Häfler Firmen auch mit der Stromversorgung vor Ort, mit dem Image der Region, mit den Sport- und Freizeitmöglichkeiten, mit der allgemeinen Sicherheit und mit der medizinischen Versorgung. Auf der Zufriedenheitsskala ganz weit hinten rangieren dagegen die Themen Wohnraum, Kosten für Gewerbeimmobilien, Erreichbarkeit über die Straße, qualifizierte Fachkräfte und Erreichbarkeit über die Schiene. Bei der Wirtschaftsfreundlichkeit rangiert Friedrichshafen mit Rang 17 zwar wiederum weit oben für eine Stadt dieser Größe, aber der Mangel an bezahlbarem Wohnraum drückt die Stimmung.

Die Stadt baue jährlich 400 neue Wohneinheiten, so Oberbürgermeister Andreas Brand. "Aber wir können derzeit im Gemeinderat kein Baugebiet diskutieren, ohne dass es Widersprüche gibt." Unterm Strich bleibt ein Fachkräftemangel, weil potenzielle Mitarbeiter trotz attraktivem Standort keine Wohnung finden. Mit dem Spatenstich für die Elektrifizierung der Südbahn schafft es zumindest der öffentliche Personen-Nahverkehr auf Platz 7 von 41. Friedrichshafen hat als Metropole der Arbeitsplätze trotzdem ein Verkehrsproblem, denn täglich sind 52 000 Pendler auf den Straßen. "Eine Verbesserung der Verkehrssituation erreichen wir nur dann, wenn wir kommunal geschlossen sind", mahnte Brand, Friedrichshafen habe seine Hausaufgaben mit der B 31 bereits gemacht.