Viertklässler aus Schnetzenhausen haben anlässlich des Schulfestes europäische Osterbräuche zusammengetragen und sie ihren Eltern vorgestellt: In Böhmen darf wegen der Hexengefahr am Karfreitag kein Brot gebacken werden. In Schweden holen die Mädchen am Ostersonntag Wasser aus einem Bach und versuchen, damit ihren schlafenden Verlobten zu bespritzen, ohne dass er es merkt. In Österreich essen sie am Gründonnerstag viel Grünes wie Spinat und Kräutersuppe. Drittklässlerinnen singen: „Ja, ich rappe so toll und ich bin gut drauf und beim Rappen hab' ich immer eine Mütze auf." Andere Kinder tragen beim Schulfest Ostergedichte oder -lieder vor. In einem malen die Osterhasen sich lieber selbst an.

Vor allem haben die Schüler der Fischbacher Außenstelle Schnetzenhausen für ihren Ostermarkt gebastelt. In einer Projektwoche haben sie gekleistert, gegipst und gesägt. Ihre Arbeiten stehen jetzt zum Verkauf: Osterhasen aus Holz, gefiederte Eier zum Aufhängen und selbst gemachte Pralinen in Blumenform. „Ich habe ganz viele Hühner genäht“, sagt ein Mädchen stolz. Sie hat sie mit Watte ausgestopft und Perlen als Augen daran befestigt. „Von mir ist dieser Kressefrosch“, sagt ein anderes. Ein Junge steht hinter dem Stand mit Dosen, die Hasenohren tragen. „Wir haben extra ein Schild geschrieben mit 'erste Klasse', dass nicht alle denken, das haben bestimmt Viertklässler gemacht“, sagt er.

„Uns war wichtig, dass die Kinder Dinge ausprobieren können, die wir im normalen Werkunterricht nicht anbieten können“, sagt Lehrerin Tina Strauch. Ihre Kollegin Renate Badowski ergänzt: „Die erste und zweite Klasse hat zusammengearbeitet. Die Schüler der dritten und vierten Klasse konnten sich zwischen neun Angeboten entscheiden.“ Sogar ein Großvater hat mitgeholfen und seine Dekupiersäge mitgebracht.

Der Erlös von Schulfest und Ostermarkt soll den Kindern direkt zugutekommen – in Form einer Autorenlesung. „Eine Kinderbuchautorin, von der die Kinder vielleicht schon etwas gelesen haben, wird herkommen und ein eigenes Buch vorstellen“, sagt Strauch. Die Kinder können etwas über das Werden eines Buchs erfahren und Fragen stellen. Für den Zweck kaufen die Eltern kräftig ein – am späten Nachmittag sind nur noch wenige Hasen mit Gipskopf, ein paar Mobiles und bemalte Blumentöpfe übrig.