Der Finanz- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderates hat sich am Montag grundsätzlich für den Bau der "Lebensräume für Jung und Alt" in Ettenkirch ausgesprochen. Das generationenübergreifende Wohnprojekt soll von der Stiftung Liebenau gemeinsam mit der Zeppelin Wohlfahrt GmbH realisiert werden. Auf der ehemaligen Hofstelle Ruess mitten in Ettenkirch sollen insgesamt drei Gebäude entstehen, in denen Senioren, Familien, Menschen mit Behinderungen, Alleinstehende, Alleinerziehende oder Paare leben können.

Drei Jahre lang wurde geplant

Ortsvorsteher Achim Baumeister erklärte, dass sich die Ortschaft lange Zeit für die Planung genommen habe, viele Fragen wurden diskutiert. "Nun aber ist der Ortschaftsrat von der Konzeption überzeugt und hat dieser bereits zugestimmt", so Baumeister weiter. Besonderes Augenmerk sei darauf gelegt worden, dass der Neubau auch in das historische Ensemble von Kirche, Schulhaus und Rathaus einfüge.

Die Gebäude (rechts) sollen in Nachbarschaft zur Kirche St. Peter und Paulus entstehen. Bild: Planungsbüro Ernst Architekten
Die Gebäude (rechts) sollen in Nachbarschaft zur Kirche St. Peter und Paulus entstehen. Bild: Planungsbüro Ernst Architekten | Bild: Planungsbüro Ernst Stuttgart

Vorgesehen sind nach derzeitiger Planung Ein- bis Vierzimmerwohnungen, insgesamt 35 Stück. Das Besondere aber ist, dass es einen öffentlichen Gemeinschaftsraum geben soll, das "Service Zentrum". Hier soll Selbst- und Nachbarschaftshilfe organisiert werden, aber auch Unterstützung gegeben werden, damit die Nachbarschaft gelingt. "Gleichzeitig ist es auch ein kommunales Angebot, das allen Bürgern der Gemeinde offen steht", heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Konzept sieht auch ein aktives Miteinander der Bewohner vor: "Hier leben Menschen, die gewillt sind, Lebensqualität für alle zu schaffen, Hilfe anzubieten oder anzunehmen, wie es seinen Wünschen und Bedürfnissen entspricht."

Zwei Drittel der Bewohner sollen über 60 sein

Vorgesehen ist bislang, dass zwei Drittel der Bewohner über 60 Jahre alt sein soll, die anderen Bewohner sollen jünger sein, damit das Konzept "Alt und Jung" auch aufgeht. Über die Stiftung Liebenau können auch Pflegedienstleistungen je nach Bedarf hinzugebucht werden. Alle Wohneinheiten werden von Anfang an barrierefrei geplant. In erster Linie ist die neue Anlage für Bürger aus Ettenkirch gedacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Die ersten Entwürfe des Architekturbüros Ernst aus Stuttgart wurden am Montag dem Verwaltungsausschuss präsentiert. Die drei L-förmigen Häuser werden dreigeschossig und haben Pultdächer. Alle Gebäude bleiben in der Höhe unter der Traufhöhe der nahe gelegenen Kirche und sind so angeordnet, dass in der Mitte ein öffentlich zugänglicher Platz entsteht, der für die Bewohner als Treffpunkt genutzt werden kann. Vorgesehen ist zudem eine Tiefgarage mit 40 Plätzen.

Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist noch unklar. Zunächst muss auch der Häfler Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung zustimmen.