Neun Jahre jung ist Hannah Kordon, seit zwei Jahren hat sie Klavierunterricht und wirft mit viel Schwung Gillocks „Indianertanz„ auf die Tasten. In freundlichen Bögen fließt eine Beethoven-Sonatine unter ihren Fingern in den Raum. „Beethoven mag ich besonders“, sagt sie. Zwei Stockwerke über ihr singt die 15-jährige Greta Hartleb mit bewegend weicher Stimme Wolfs „Verlassenes Mägdlein“, unvermittelt bricht „plötzlich, da kommt es mir, treuloser Knabe“ aus ihr heraus – wenig später lächelt sie verschmitzt und gibt mit hell leuchtender Stimme und viel Humor „Stizzoso“ von Pergolesi. Unten im großen Saal nicken sich fünf Trompeter kurz zu und festlich erklingt Clarkes „Trumpet Voluntary“, ehe sie einander bei Laburdas „Entrade e Ritornelli“ knackige Akzente in die Synkopen tupfen. Getragen und tonschön legen sie im Traditional „Steal Awasy“ ihre Stimmen übereinander. Sie alle treten im Regionalwettbewerb „Jugend Musiziert“ an.

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238 Musiker zwischen sechs und 19 haben sich für den Wettbewerb angemeldet, 47 davon aus Friedrichshafen. Mit 44 Teilnehmern ist Klavier die Königsdisziplin, außerdem sind die Kategorien Schlagzeug, Gesang und diverse Ensemble-Besetzungen aufgerufen. Eine eigene Wertung gibt es für die Interpretation moderner Musik.

Die neunjährige Hanna Kordon spielt eine Sonatine von Beethoven.
Die neunjährige Hanna Kordon spielt eine Sonatine von Beethoven. | Bild: Corinna Raupach

Für Sabine Hermann-Wüster, Musikschulleiterin und Vorsitzende im Regionalausschuss, ist „Jugend Musiziert“ nicht nur eine Gelegenheit, das eigene Können auszuloten. „Mir geht es vor allem um die Wertschätzung, die die Schüler erfahren, dadurch, dass die Lehrer ihnen diesen Auftritt zutrauen, durch die zusätzlichen Proben, das Publikum und auch durch die Jurymitglieder, die oft weite Wege auf sich nehmen.“ In den Ensemblewertungen lernten die Schüler auch Werte wie Zuhören, Rücksicht und Verantwortung.

Die 15-jährige Greta Hartleb singt mit Begeisterung.
Die 15-jährige Greta Hartleb singt mit Begeisterung. | Bild: Corinna Raupach

Den fünf Trompetern macht es zusammen vor allem mehr Freude. „Wir können so mehr Sachen spielen“, sagt Nina. „Man kann musikalisch auch mal hinter die anderen zurücktreten und steht nicht die ganze Zeit im Vordergrund“, sagt Philipp. Für den Wettbewerb haben sie öfter geübt als sonst. „Es macht mehr Spaß, wenn man mehr kann“, sagt Diego. Hannah wollte die Erfahrung einmal machen – ihr großer Bruder hat es bis zum Bundeswettbewerb geschafft. Und Greta macht mit, weil sie das Singen liebt. „Singen ist einfach alles für mich, es befreit mich, es macht mich glücklich“, sagt sie.

Zuhören kann in der Musikschule jeder

Auch am Samstag, 25. Januar, wird den ganzen Tag in der Musikschule musiziert. Zuhören kann jeder, genau wie beim Preisträgerkonzert am 8. Februar.