Vier große Sanierungsprojekte hat sich die katholische Gesamtkirchengemeinde für das kommende Jahr vorgenommen: der Kindergarten Christophorus, die Stahlkonstruktion der Kirche zum Guten Hirten, die Kirche St. Petrus Canisius und ein Wohnhaus in der Karlstraße sind dringend renovierungsbedürftig. Der Gesamtkirchengemeinderat (GKR) stimmte dem Haushaltsentwurf für 2017 einstimmig zu.

Kirchenpflegerin Ulrike Weiß stellte die Kernpunkte des Haushalts vor. Er hat einen Umfang von knapp 16,5 Millionen Euro, aufgeteilt in Verwaltungs- und Vermögenshaushalt. Größter Posten sind Personalausgaben: 449 Angestellte hat die Gesamtkirchengemeinde, die meisten davon Erzieherinnen. Deren Gehälter übernimmt die Zeppelinstiftung – sie finanziert damit über die Hälfte des Haushalts.

"Ausgaben und Einnahmen sind ausgeglichen," sagte Weiß. Aber die Finanzsituation sei "bedenklich": Zwar sei die Kirchensteuer leicht gestiegen, aber es gebe weniger Zuschüsse von Diözese und Zeppelin-Stiftung. Das trifft vor allem Betrieb und Sanierung der Gebäude. Beim Kindergarten Christophorus in Fischbach stehen Innen- und Außensanierung sowie Neugestaltung des Gartens an. Die denkmalgeschützte Stahlkonstruktion der Kirche Guter Hirte in Löwenthal rostet und ein Wohnhaus im Zentrum muss kernsaniert werden. Größter Posten ist St. Petrus Canisius: am Kirchturm brechen Fugen aus, die Heizung ist abgängig und die Elektrik nicht mehr versicherungsfähig. Obwohl die Kirche dafür Geld aus Rücklagen für andere Zwecke entnehmen und Schulden machen muss, votierte der Rat für die Umsetzung der Maßnahmen.

Drei langjährige Weggefährten musste der GKR verabschieden: Stadtdiakon Bernd Strohmaier geht in Rente. Er war in Friedrichshafen vorher bereits als Krankenhausseelsorger und in der Hospizbewegung tätig. "Dass Sie vor vier Jahren das Amt des Stadtdiakons übernommen haben, war für uns und für die Armen der Stadt ein Segen," sagte Pfarrer Bernd Herbinger, der Vorsitzende des Gremiums. Markus Hirrlinger, Pfarrer an St. Nikolaus und St. Columban, wechselt auf eine Pfarrstelle in Paris. Herbinger erinnerte daran, dass unter seiner Regie in den Gemeinden das Engagement für Umwelt und Soziales gestärkt und die offene Stadtkirche gegründet wurde.

Manfred Oberschelp ist offiziell seit 1983, faktisch seit 40 Jahren Vertrauensarchitekt der Kirche und übergibt den Stab an seinen Sohn. Jede Kirche, jedes Pfarrhaus und jeden Kindergarten hat er baulich begleitet. "Die Kombination Ihres Studiums mit Ihrem Handwerk und Ihrer tiefen kirchlichen Bindung haben Sie zur Idealbesetzung gemacht," so Herbinger. Schließlich lud er Räte und Geehrte noch zum Essen ein.