Es ist ein Tag wider das Vergessen und eine Stunde zum Innehalten sowie zum Rückblick auf jenen denkwürdigen 3. August 1944, als beim schweren Luftangriff 40 Flaksoldaten, Flakhelfer und Zivilpersonen einen schrecklichen Tod fanden und 20 Häuser völlig zerstört wurden. Auch mehr als sieben Jahrzehnte nach dem schrecklichen Geschehen kamen am Samstag wieder viele Besucher und Zeitzeugen zur jährlichen Gedenkfeier an der Windhagerstraße, die wie immer von Karl Stähle organisiert wurde. An dem Platz, an dem ein Holzkreuz den Luftangriff unbeschadet überstanden hat, wurde 1996 eine kleine Kapelle errichtet. Und wie immer ging es darum, sich der Menschen zu erinnern, die das Unglück nicht überlebt haben – aber auch derer, die das erlittene Trauma als blutjunge Burschen im Alter von 16 oder 17 Jahre verarbeiten und damit weiterleben mussten.

"Der Kreis wird immer kleiner. Auch im vergangenen Jahr sind wieder zwei Kameraden verstorben", sagt Heinz Riediger, Sprecher der ehemaligen Flakhelfer, der heute in Albstadt wohnt. Aus Aalen ist Hubert Zeller angereist. Auch er lag damals im Geschützgraben und musste ein Inferno erleben, bei dem es um die Mittagszeit stockdunkle Nacht wurde. "Die damalige Zeit können sich nur diejenigen vorstellen, die gut zuhören oder die sie selbst erlebt haben", betont Zeller.

Doch der Blick geht nicht nur zurück. "Wir leben seit 72 Jahren in Frieden. Das ist nicht selbstverständlich. Dafür dürfen wir dankbar sein", sagt er. Erinnerungen an die Angriffe auf Friedrichshafen hat auch Wolfgang Schaug. Er hat einen Bombensplitter mitgebracht, den seine Frau seit dem Angriff auf Schnetzenhausen aufbewahrt hat und berichtet davon, dass er selbst gerade einmal fünf Jahr alt war, als 1944 die Bomben auch in der Eberhardstraße und am Hohenstaufenplatz einschlugen, sich seine Mutter schützend über ihn warf.

Der 3. August 1944 bleibt an diesem warmen Sommertag in Friedrichshafen im August 2017 unvergessen. Man erhebt sich zum gemeinsamen Gebet. "Vielleicht treffen wir uns im nächsten Jahr wieder – so Gott will", sagt Heinz Riediger.