Er ist wohl der bedeutendste Mann nach Ferdinand Graf von Zeppelin, wenn es um die Geschichte des Luftschiffbaus in Friedrichshafen geht. Hugo Eckener prägte über viele Jahre die Geschicke der "Luftschiffbau Zeppelin" und übernahm die Verantwortung für das Unternehmen, nachdem Graf Zeppelin 1917 starb. Ab 1924 war er Vorsitzender der Geschäftsführung der "Luftschiffbau Zeppelin".

Am 10. August 2018 würde Eckener seinen 150. Geburtstag feiern. Die Stadt Friedrichshafen gedenkt seinem Leben und Wirken daher an an diesem Tag mit der Niederlegung eines Kranzes auf seinem Grab am Hauptfriedhof. Schon am 14. Jui 1925 wurde Hugo Eckener zum Ehrenbürger der Stadt ernannt – die berufliche Schule ist nach ihm benannt, ebenso die Straße, an der seine ehemalige Villa noch steht.

Eckener wurde am 10. August 1868 in Flensburg geboren und arbeitete als Journalist bei der Frankfurter Zeitung. Anlässlich der Jungfernfahrt des ersten Zeppelins LZ 1 am 2. Juli 1900 kam er das erste Mal nach Friedrichshafen, um darüber zu berichten. Sein Urteil über den ersten Luftschiffversuch war skeptisch, aber sachlich. So wurde Graf Ferdinand von Zeppelin auf Hugo Eckener aufmerksam. Als das zweite Zeppelin-Luftschiff im Januar 1906 notlanden musste und durch einen Gewittersturm schwer beschädigt wurde, fuhr Eckener zur Unglücksstelle. Als er dann in seinem Zeitungsbericht die Steuerfähigkeit des Luftschiffes als unzureichend bezeichnete, suchte ihn Graf Zeppelin auf und überzeugte ihn von seiner Idee.

Johanna und Hugo Eckener auf der Terrasse ihrer Villa in Friedrichshafen. Das Bild entstand 1952 – zwei Jahre vor Eckeners Tod.
Johanna und Hugo Eckener auf der Terrasse ihrer Villa in Friedrichshafen. Das Bild entstand 1952 – zwei Jahre vor Eckeners Tod. | Bild: privat, Willi Meister

Danach trat Eckener in die "Luftschiffbau Zeppelin" ein. Über 100 Luftschifffahrten standen unter seiner Leitung. Berühmt wurde er, als er vom 12. bis 16. Oktober 1924 mit einem Luftschiff erstmals den Atlantik überquerte, was damals eine Weltsensation war. Eine amerikanische Zeitung nannte den Luftfahrtpionier damals einen "zweiten Kolumbus" , nachdem er wohlbehalten in Lakehurst bei New York gelandet war. Geradezu triumphal war seine Weltumrundung im August 1929. Auch in Deutschland genoss er hohes Ansehen. 1932 wurde Eckener sogar als Kandidat für die Reichspräsidentenwahl gehandelt. Doch er zog seine Kandidatur zurück, als Hindenburg sich zur Wiederwahl aufstellen ließ, was ihm später die Nationalsozialisten verübelten.

Nach dem Krieg widmete er sich wieder dem Journalismus und gründete 1945 gemeinsam mit Johannes Weyl und Paul Christiani den SÜDKURIER in Konstanz. Der SÜDKURIER war eine der ersten Zeitungen, die nach Kriegsende erschienen. „Tagblatt für Bodensee, Schwarzwald und das obere Donaugebiet“ lautete die Unterzeile der Zeitung, die es in den ersten Jahren aufgrund der Papierknappheit nur zwei oder drei Mal pro Woche gab. Hugo Eckener starb am 14. August 1954 in Friedrichshafen.

Graf Zeppelin, Kapitän Hacker und Hugo Eckener im Luftschiff LZ 10 "Schwaben". Die Schwaben ist das erste Luftschiff der Delag, der Deutschen Luftschiffahrt AG, die 1909 gegründet wurde.
Graf Zeppelin, Kapitän Hacker und Hugo Eckener im Luftschiff LZ 10 "Schwaben". Die Schwaben ist das erste Luftschiff der Delag, der Deutschen Luftschiffahrt AG, die 1909 gegründet wurde. | Bild: Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH